"Bodenlos schlecht angelaufen": Riemann kritisiert Einstellung
Mit 2:5 kam Alemannia Aachen zumindest vom Ergebnis her gegen Viktoria Köln mächtig unter die Räder. Viele individuelle Fehler und mangelnde Einstellung kristallisierten sich nach der Partie als Gründe heraus. Doch das Spiel hätte auch in eine andere Richtung gehen können.
Fast jedes Gegentor "selbst eingeleitet"
Das Ergebnis spricht meist Bände, oder? Bei der 2:5-Niederlage von Alemannia Aachen gegen Viktoria Köln sei das jedoch nicht der Fall, machte Torhüter Manuel Riemann bei "MagentaSport" deutlich: "Es ist nicht so, dass sie uns heute hergespielt hätten." Dennoch legte er den Finger in die Wunde: "Wir sind einfach bodenlos schlecht angelaufen. Wir wussten, dass sie hinten im Dreieck spielen. Wenn wir immer hinter dem Sechser oder Achter sind, dann spielen sie es auch. Dazu haben wir jeden zweiten Ball dem Gegner in die Füße gespielt. Wir haben heute alle gemeinsam so viele Fehler gemacht wie in den acht Monaten, seit ich hier bin, zuvor nicht." Fast jedes Gegentor "haben wir selbst eingeleitet".
Das große Aber: "Wenn es zur Halbzeit steht, kann sich auch keiner beschweren. Es gibt Tage, da macht der Mika Schroers hier drei Tore." Deshalb müsse man die Niederlage klar analysieren, aber auch "den Ball flach halten". Schließlich müsse Aachen "heute nicht 2:5 verlieren. Das ist auch Teil der Wahrheit".
Beim zwischenzeitlichen 0:2 durch Luca Wolf sah auch der Schlussmann nicht gut aus, als er sich bei einer Flanke verschätzte. Könnte das ausschlaggebend dafür sein, dass er nach Ablauf der Rotsperre von Bajic wieder auf die Bank muss? "Darüber mache ich mir keine Gedanken. Ich bin schon so lange im Geschäft. Der Verein weiß, was er an mir hat, und wir haben einen guten Austausch." Viel wichtiger sei dem Torhüter, die Mannschaft aufzurütteln: "Wir müssen alle gemeinsam das Gleiche mit 110 Prozent machen. Wenn wir es mit nur 90 Prozent machen, dann sieht es so aus, als würden wir im Duell mit einer Mannschaft, die gut kicken kann, gegen Barcelona spielen. Wir sind verantwortlich dafür, wie dieses Spiel läuft."
Vorn wie hinten zu inkonsequent
Ähnliche Worte wie Riemann fand auch Cheftrainer Mersad Selimbegovic. In beiden Strafräumen sei seine Mannschaft zu inkonsequent gewesen: "Gerade, wenn man so hoch attackiert, dann aber inkonsequent ist, läuft man hinterher." Und vorn? "Dort waren wir einfach zu unsauber. Wir hätten zwei, drei Tore in der ersten Halbzeit erzielen können. Das ist aber unser Problem seit Anfang der Saison." Summa summarum seien es "heute viele Kleinigkeiten" gewesen, "die man sich in der Liga nicht erlauben darf".
Positiv sei hingegen, dass es nun in eine Englische Woche gehe. "So haben wir wenig Zeit zum Nachdenken und bereits am Mittwoch gegen Wiesbaden die Möglichkeit, uns anders zu präsentieren." Möglicherweise muss Selimbegovic beim Auswärtsauftritt auf Petros Bagkalianis verzichten. Der Innenverteidiger habe sich laut Trainer wohl am Knie verletzt. Man hoffe, dass es nichts Schlimmeres sei. Sollte er ausfallen, wäre zumindest Probespieler Tim Walbrecht keine Option.