20. September 2017 um 13:19 Uhr

Vier Fakten zum Derby zwischen Meppen und Osnabrück

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© osnapix

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Am Mittwochabend (18.30 Uhr) empfängt der SV Meppen den VfL Osnabrück zum ersten Ligaderby nach 17 Jahren. liga3-online.de wirft vorab einen Blick in die Geschichte des Derbys und schaut auf die Rahmenbedingungen.

Historie & Stadion

Die Historie: Erstmals nach 17 Jahren, oder noch genauer seit 6362 Tagen, stehen sich der SV Meppen und der VfL Osnabrück am Mittwochabend (18.30 Uhr) wieder in einem Ligaspiel gegenüber. Es wird das 25. Derby um Punkte für die beiden Nordrivalen sein, die zum ersten Mal am 8. November 1970 aufeinandertrafen. Bis zu diesem Zeitpunkt war der VfL Osnabrück mit zwei Teilnahmen an der Endrunde um die Deutsche Meisterschaft die klar dominierende Mannschaft in der Region gewesen, während der SV Meppen nur in der viertklassigen Bezirksliga IV spielte und nicht einmal im Emsland unangefochten war.

Die damalige Dominanz der Lila-Weißen spiegelte sich letztlich auch im Ergebnis wieder: Es gab einen deutlichen 6:1-Erfolg für den VfL. Weit weniger einseitig war das letzte Ligaspiel zwischen den beiden Vereinen, am 4. April 2000 hieß es am Ende 2:2 in der damals drittklassigen Regionalliga Nord. Insgesamt trafen der SV Meppen und der VfL Osnabrück in 34 Pflichtspielen aufeinander, von denen gerade das jüngste Spiel nicht allzu schnell in Vergessenheit geraten dürfte. Im Landespokalfinale 2014/2015 gewann Osnabrück mit 5:4 im Elfmeterschießen, nachdem Meppens Martin Wagner mit dem letzten Schuss nur die Latte getroffen hatte. Allerdings sprang der Ball von dort zunächst nach unten, bevor er den Torraum wieder verließ. Während nahezu alle Meppener den Ball im Tor gesehen hatten, gab der Schiedsrichter den Treffer nicht und pfiff ab. Für SVM-Trainer Christian Neidhart eine "klare Fehlentscheidung". Trostpflaster: Mit der Finalteilnahme waren beide Vereine schon vorher für den DFB-Pokal qualifiziert gewesen.

Das Stadion: Die Meppener Hänsch-Arena wird am Mittwoch von 13.800 Zuschauern besucht und damit erstmals seit 1996 (2:1 gegen Kaiserslautern in der 2. Bundesliga) wieder in einem Punktspiel ausverkauft sein. Allerdings durfte sich der SVM zuletzt schon im Pokal gegen den 1. FC Köln und im Relegationsrückspiel gegen Waldhof Mannheim über ein volles Haus freuen. Im Emsland ist man daher vorbereitet auf das große Zuschaueraufkommen. Entsprechend hat der Verein die Fans dazu aufgefordert, wegen der geringen Anzahl an Parkplätzen (2750) mit den öffentlichen Verkehrsmitteln anzureisen, außerdem öffnen die Stadion-Tore bereits um 16.30 Uhr.

Ausgangslage & Personalsituation 

Die Ausgangslage: Nach acht Spieltagen steht der SV Meppen mit neun Punkten auf Rang elf, der VfL Osnabrück befindet sich nur aufgrund des schlechteren Torverhältnisses vier Plätze dahinter. Dennoch könnte die Stimmungslage kaum unterschiedlicher sein, schließlich sind die Meppener als Aufsteiger neu in der Liga und eher der Außenseiter, während sich Fans und Verein auf Osnabrücker Seite deutlich mehr von dieser Saison erhofft haben. Zudem gab es für die Lila-Weißen am vergangenen Spieltag ein bitteres 0:1 gegen den FC Rot-Weiß Erfurt, der bis dato im Tabellenkeller festhing. Ganz glücklich mit dem letzten Spiel ist man aber auch in Meppen nicht, schließlich wurde beim 2:2 in Jena eine Zwei-Tore-Führung aus der Hand gegeben, wobei der erste Gegentreffer durch Sören Eismann auf recht fragwürdige Weise zustande kam.

Die Personalsituation: Angesichts von drei Spielen in einer Woche hat Meppens Trainer Neidhart vor dem Derby gegen Osnabrück angekündigt, über die eine oder andere Veränderung im Spieltagskader nachzudenken, auch wenn er ansonsten eigentlich gegen Umstellungen sei, wenn sich schon mal eine Startelf herauskristallisiert habe. Hinzu kommen womöglich die Ausfälle von Marius Kleinsorge und Thilo Leugers. Kleinsorge musste gegen Jena bereits vor der Pause vom Feld, da der Rechtsaußen nach einer Krankheit unter der Woche plötzlich über Kreislaufbeschwerden klagte. Für Leugers war nur wenige Minuten später Schluss, nachdem sich der Mittelfeldspieler in der Kabine übergeben hatte. Als Grund gab Leugers hinterher einen Schlag auf den Kopf an, durch den er eine Gehirnerschütterung erlitten habe. Definitiv passen gegen Osnabrück muss Innenverteidiger Jovan Vidovic. Der Torschütze zum zwischenzeitlichen 2:0 flog in der 80. Minute mit der Ampelkarte vom Platz und wird einmal aussetzen müssen.

Akute Ausfälle gibt es auf Osnabrücker Seite nicht, dennoch sind auch hier einige Personalrochaden zu erwarten, besonders nach dem schwachen Auftritt gegen Erfurt. Er brauche "Leute auf dem Platz, die von der ersten Minute an Gas geben", sagte VfL-Trainer Joe Enochs mit Blick auf das Derby gegenüber der "Neuen Osnabrücker Zeitung" und meinte damit auch Mittelfeldspieler Jules Reimerink, der beim Gegentreffer zu langsam reagierte und bereits nach einer halben Stunde vom Feld musste. "Er ist ganz schwierig ins Spiel gekommen", so die Analyse von Enochs. Das galt aber insgesamt für sein ganzes Team, deswegen sprach Enochs von einer "Menge Arbeit", die es noch vor dem Spiel gegen Meppen gebe. Ziel können nur Punkte sein, schließlich möchte man zu den Abstiegsplätzen "möglichst schnell Abstand gewinnen, um ruhiger arbeiten zu können", so Enochs.

 

 

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  • Michael Roxermann

    "wobei der erste Gegentreffer durch Sören Eismann auf recht fragwürdige Weise zustande kam" – "Fragwürdig" ist definitiv eine extreme Untertreibung. #Sportsmann

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