19. Juni 2017 um 21:05 Uhr

Überblick: Acht weitere Drittligisten steigen ins Training ein

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© imago/Schroedter

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Gut einen Monat vor Beginn der Drittliga-Saison 2017/18 herrscht auf vielen Plätzen bereits wieder Hochbetrieb. Alleine acht Vereine sind am Montag mit ihrem ersten Training in die Vorbereitung eingestiegen. liga3-online.de gibt einen Überblick.

1. FC Magdeburg: Pulido geht, Aubele spielt vor

Für die Männer von Trainer Jens Härtel begann der Montagmorgen mit dem obligatorischen Laktattest, zudem mussten sich die Spieler einer Fettmessung unterziehen. Erst am Nachmittag ging es für die Spieler dann raus an die frische Luft und rauf auf den Fußballplatz. Im Fokus standen dabei zwei Akteure, von denen einer aber gar nicht da war. Der 24-jährige Linksaußen Manuel Farrona Pulido hatte am Sonntag überraschend bei Facebook erklärt, dass er dem Verein den Rücken kehren werde, da man mit ihm wohl nicht mehr plane. Anwesend beim Trainingsauftakt war dafür der 23-jährige Torwart Samuel Aubele, der in der vergangenen Spielzeit noch Hansa Rostock angehörte und nun von den Magdeburgern getestet wird. Aubele könnte der sechste externe Neuzugang des 1. FCM werden, bei dem nach dem Abgang von neun Akteuren weiterhin in allen Mannschaftsteilen mit weiteren Verstärkungen zu rechnen ist.

 

Chemnitzer FC: Erstes Training unter Steffen

Das Augenmerk der Fans des Chemnitzer FC lag zum Trainingsauftakt insbesondere auf Trainer Horst Steffen, der erst vor wenigen Tagen als neuer Cheftrainer bei den Himmelblauen vorgestellt wurde. In den sozialen Netzwerken waren die Reaktionen auf die Anstellung des 48-jährigen ehemaligen Trainer der Stuttgarter Kickers und des SC Preußen Münster eher verhalten, nun hat Steffen die Möglichkeit, die Fans von sich zu überzeugen. Mit dabei beim ersten Training waren mit Myroslav Slavov (Stürmer) und Maurice Trapp (Verteidiger) zudem zwei Spieler vom Berliner AK, deren Transfers der Verein erst am Montagmorgen bekanntgegeben hatte. Ebenfalls sehr erfreulich: Auch Tom Scheffel stand auf dem Platz. Das Chemnitzer Eigengewächs war wegen zweier Kreuzbandrisse in den vergangenen beiden Jahren beinahe dauerhaft außer Gefecht gesetzt und möchte in der kommenden Saison endlich wieder angreifen.

 

Hansa Rostock setzt Verjüngungskur fort

Beinahe etwas wahnwitzige Züge nahm der Umbruch bei Hansa Rostock am Montagmorgen an. Kurz vor dem offiziellen Trainingsauftakt verkündete der Verein mit Außenverteidiger Vladimir Rankovic (Hannover 96 II), Mittelfeldspieler Willi Evseev (1. FC Nürnberg) und Torhüter Luis Zwick (Dundee United/Schottland) seine Neuzugänge sechs bis acht. Auch sie passen perfekt in die Verjüngungskur, die Trainer Pavel Dotchev nach dem Abgang von 16 Profis angekündigt hatte. Sämtliche Neuzugänge sind unter 26 Jahren, überhaupt verbleiben mit Amaury Bischoff (30) und Marcel Ziemer (31) nur noch zwei Spieler im Kader, deren Alter mit einer drei beginnt. Schluss ist auf dem Transfermarkt damit aber noch nicht. Auf einer Pressekonferenz am Mittag sagte Dotchev, sein Ziel sei gewesen, zum Trainingsauftakt 80 Prozent des Kaders beisammen zu haben. Die Ziele zur neuen Saison müssten dann sein, den Fans "attraktiven Fußball" zu bieten, "zu jeder Sekunde Moral“ zu zeigen und dann in der 3. Liga wieder eine gute Rolle zu spielen. Mit von der Partie war auch Testspieler Jesse Weippert vom VfB Stuttgart II, der sich (genau war Marcel Ziemer) jedoch prompt verletzte und abbrechen musste.

 

Paderborn nimmt Training als Drittligist auf

Auch in Ostwestfalen mussten die Spieler zum Trainingsauftakt zunächst einmal Blut lassen. Zum Laktattest gab es den üblichen Stich ins Ohrläppchen, bevor es am Nachmittag auf den Platz ging. 20 Feldspieler und drei Torhüter waren beim Aufgalopp mit von der Partie. Die Neuzugänge Leon Fesser (Bayern München II, Bänderriss) und Massih Wassey (Borussia Dortmund II, grippaler Infekt) konnten noch nicht mitwirken. Außerdem fehlten Jonas Brammen (Probetraining), Pascal Itter (Reha) und Dardan Karimani (Schambeinentzündung). Nachdem der Klassenerhalt nur durch die nicht vergebene Drittliga-Lizenz an 1860 München gelungen war, wurde in Paderborn in diesem Sommer aufgerüstet. Bisher kamen sechs externe Neuzugänge, außerdem kehren die zuletzt verliehenen Spieler Till Brinkmann und Niko Dobros zurück. Anzunehmen, dass der Verein daher noch seinen Kader verkleinern wird. Bekanntgegeben wurde am Montag bereits der Wechsel von Sebastian Heidinger, der zu Holstein Kiel geht. Im Raum stehen außerdem Leihen von Jonas Brammen und Tim Mannek.

 

SC Preußen Münster: Umbruch blieb aus

Der große Umbruch der vergangenen Jahre ist beim SC Preußen Münster vor dieser Saison bisher ausgeblieben. Acht Abgängen stehen nur vier Neuzugänge gegenüber, zudem dürfen die beiden Jugendspieler Cyrill Akono und Adrian Knüver die Vorbereitung bei den Profis bestreiten. Nicht mehr im Training dabei ist der jahrelanger Leistungsträger und Publikumsliebling Mehmet Kara, der nach Absprache nur noch in der zweiten Mannschaft zum Einsatz kommen soll. Während im Tor und im Sturm bereits alle Kaderplätze vergeben sind, könnte sich in der Abwehr sowie im Mittelfeld noch etwas tun. Gerade im zentralen Mittelfeld besteht noch Bedarf, da die Zukunft von Benjamin Schwarz noch offen ist. Dem 30-Jährigen droht wegen anhaltender Knieprobleme das vorzeitige Karriereende, weswegen Trainer Benno Möhlmann Schwarz aus seinen Planungen zunächst einmal heraushält.

 

SV Meppen: Training ohne den Chefcoach

Beim ersten Training des Drittliga-Aufsteigers fehlte ausgerechnet der wichtigste Mann: Cheftrainer Christian Neidhart befindet sich noch bis zum 25. Juni im Rahmen eines Fußballlehrer-Lehrgangs in Hennef und überlässt die ersten Übungseinheiten somit seinem Co-Trainer Mario Neumann. Zudem wirkte auch Benjamin Girth, Torschützenkönig der Regionalliga Nord in der vergangenen Saison, nicht mit, da der 25-Jährige aktuell noch einen Mittelfußbruch sowie einen zweifachen Bänderriss auskuriert. Am Start waren dafür alle acht Neuzugänge, zu denen sich möglichst bald noch ein Torwart dazugesellen soll. Gegenüber der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (NOZ) erklärte Neumann schon mal, dass die Gespräche bereits fortgeschritten seien. Der neue Schlussmann wird also wohl bald präsentiert werden können.

 

VfL Osnabrück: Lemke spielt vor

Überschaubar waren die Transferaktivitäten beim VfL Osnabrück in diesem Sommer. Vier Neuzugänge sowie fünf sechs Abgänge hatte der Verein bis zum Trainingsstart vermeldet, zudem läuft der Vertrag von Addy-Waku Menga aus. Der Stürmer war zusammen mit Marc Heider (Vertrag bis 2018) und Tobias Willers (muss gehen) an einer versuchten Spielmanipulation am letzten Spieltag der vergangenen Saison beteiligt, die entsprechenden Untersuchungen der Staatsanwaltschaft Osnabrück und des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) laufen weiterhin. Unwahrscheinlich daher, dass mit Menga noch verlängert wird, zumal der 33-jährige Stürmer wohl mit einem Wechsel zu Regionalliga-Aufsteiger SSV Jeddeloh II liebäugelt. Als Testspieler stellte sich Dennis Lemke (28, Mittelfeld) von Viertligist Teutonia Watzenborn-Steinberg vor, Marius Gersbeck und Robert Kristo fehlten angeschlagen.

 

Würzburger Kickers: Großer Umbruch

Zum Trainingsauftakt der Würzburger Kickers wäre mal eine Umfrage unter den Fans, wie viele der Spieler sie denn auf Anhieb erkennen, sicherlich eine sehr interessante Sache gewesen. Denn nach dem Abstieg aus der 2. Liga kam es zu einem totalen Umbruch, sogar Trainer Bernd Hollerbach kehrte dem Verein den Rücken und wurde durch Stephan Schmidt, zuvor Trainer der U17-Junioren des FC Schalke 04, ersetzt. Zudem kamen bisher ganze zwölf Neuzugänge, weitere werden noch folgen. Das ist das aber auch abhängig davon, was altbewährte Spieler wie beispielsweise Sebastian Neumann machen. Der Innenverteidiger, der die Würzburger zuletzt als Kapitän aufs Feld führte, hat zwar einen Vertrag für die 3. Liga, dürfte aber auch für höherklassige Vereine weiterhin interessant sein. Eine Aussage von Spieler und Verein gab es dazu bisher nicht. Elia Soriano fehlte unterdessen beim ersten Training – ein Wechsel in die 2. Bundesliga steht im Raum.

 

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