11. Oktober 2017 um 13:29 Uhr

Srbeny im Interview: "Natürlich schauen wir auf die Tabelle"

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© Fotostand

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Im Interview mit liga3-online.de spricht Drittliga-Topscorer Dennis Srbeny vom SC Paderborn über die bisher erfolgreiche Saison, seinen Zwischenschritt beim Viertligisten BFC Dynamo, Konkurrenten im Aufstiegsrennen und das DFB-Pokalspiel gegen den Zweitligisten VfL Bochum.

Ein Schritt zurück, zwei Schritte nach vorne

liga3-online.de: Fünf Tore, zehen Vorlagen: Damit sind Sie der Top-Scorer der gesamten Liga. Sind Sie in der Form Ihres Lebens, Herr Srbeny?

Dennis Srbeny: Auf jeden Fall bin ich sehr gut drauf. Und ich bin froh, dass ich mit meinen Leistungen dazu beitragen kann, dass es bei uns derzeit so gut läuft. Aber dafür wurde ich ja auch verpflichtet: Um Tore zu erzielen und Vorlagen zu geben. Ich gehe nur meiner Aufgabe nach.

Was machen Sie lieber: Tore schießen oder Tore vorbereiten?

Mir macht beides Spaß. (lacht) Und im Endeffekt ist es ja egal, wer das Tor erzielt. Die Hauptsache ist, dass wir als Sieger vom Platz gehen.

Schon beim F.C. Hansa Rostock haben Sie früher in der 3. Liga gespielt. Damals lief es aber nicht ansatzweise so gut wie jetzt. War der Zwischenschritt beim BFC Dynamo in der Regionalliga Nordost wichtig für Ihre Entwicklung?

Definitiv. Ich habe mich bewusst für den Wechsel in die 4. Liga entschieden, um mehr Spielpraxis zu erhalten und Selbstvertrauen zu tanken. Es war sozusagen ein Schritt zurück, um danach zwei Schritte nach vorne zu machen. Das hat wunderbar geklappt. Ich kann diesen Weg jedem anderen Fußballer, der ebenfalls nicht zufrieden mit seinen Einsatzzeiten in der 3. Liga ist, absolut empfehlen.

Mit Paderborn sind Sie Spitzenreiter, der Vorsprung auf Relegationsplatz drei beträgt vier Punkte. Wenn man so gut in die Saison startet, will man auch am Ende oben stehen, oder?

Selbstverständlich. Es ist auch nicht so, dass wir nicht auf die Tabelle schauen. Wer etwas anderes behauptet, würde lügen. Wir sind stolz und glücklich, aktuell auf Platz eins zu stehen. Allerdings wissen wir, dass sich die Situation in der 3. Liga ganz schnell wieder ändern kann. Jeder kann jeden schlagen. Und gerade deshalb tun wir gut daran, uns jede Woche neu zu fokussieren und immer nur das nächste Spiel im Kopf zu haben.

"Brauchen uns nicht zu verstecken"

Die größten Konkurrenten im Aufstiegsrennen sind derzeit der 1. FC Magdeburg, Fortuna Köln und der SV Wehen Wiesbaden. Glauben Sie, dass das so bleibt oder haben Sie auch noch andere Teams auf dem Zettel?

Das ist schwer zu sagen, weil die Liga so ausgeglichen ist. Die genannten Mannschaften sind auf jeden Fall sehr stark. Magdeburg ist beispielsweise zuhause eine Macht und Wehen Wiesbaden hat insgesamt eine hohe Qualität im Kader. Aber auch mein Ex-Verein Hansa Rostock könnte oben ein Wörtchen mitreden. Ich habe schon unmittelbar nach unserem 2:1-Erfolg gegen Rostock gesagt, dass ich lange nicht mehr so ein spielstarkes Team wie den F.C. Hansa gesehen habe. Das Problem der Rostocker ist die Chancenverwertung. Wenn sie daran arbeiten, können Sie mit Sicherheit in der Spitzengruppe mitmischen.

Nach der zurückliegenden Länderspielpause geht es am Samstag mit der Partie gegen die U23 des SV Werder Bremen weiter. Wie schätzen Sie den Gegner ein?

Zweite Mannschaften sind immer Wundertüten. Man kann schnell 3:0 in Führung gehen, aber auch schnell 0:3 zurück liegen. Wir sollten den Fokus aber nicht auf den Gegner, sondern auf uns legen. Alle unserer bisherigen fünf Heimspiele konnten wir gewinnen. Diese Siegesserie wollen wir fortsetzen.

Am 24. Oktober geht es in der zweiten DFB-Pokalrunde gegen den Zweitligisten VfL Bochum. Beim VfL gab es jetzt schon die zweite Trainerentlassung in dieser Saison. Spielt Ihnen das in die Karten oder ist es eher ein Nachteil, dass der VfL in Paderborn mit einem neuen Coach antritt?

Klar herrscht beim VfL derzeit ein wenig Unruhe. Das bekommt man auch von außen mit. Allerdings glaube ich nicht, dass es ein großer Vorteil für uns sein wird. Im Gegenteil: Wenn Ismail Atalan noch Trainer gewesen wäre, hätten wir ungefähr gewusst, auf welchen Spielstil wir uns einstellen müssen. Jetzt wird die Gegneranalyse noch schwieriger. Außerdem gibt es immer eine gewisse Anfangseuphorie mit einem neuen Coach.

Wie stehen die Chancen auf ein Weiterkommen?

Ich glaube, dass wir gute Chancen haben, in die dritte Runde einzuziehen. Sicherlich hat Bochum ohne Wenn und Aber eine spielstarke Mannschaft und nur wegen einiger individueller Fehler hat sich der VfL in vielen Begegnungen ein besseres Ergebnis kaputt gemacht. Wir wissen aber, was wir können und wollen auch im DFB-Pokal erneut unsere Heimstärke unter Beweis stellen. Wenn wir so auftreten wie in der ersten Runde beim 2:1 gegen den FC St. Pauli, brauchen wir uns überhaupt nicht zu verstecken.

 

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