21. März 2018 um 11:24 Uhr

Slavov im Interview: "Haben einen psychologischen Vorteil“

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Im Interview mit liga3-online.de spricht CFC-Torjäger Myroslav Slavov über den wichtigen Sieg gegen Werder Bremen II, das anstehende "Endspiel" in Lotte, seine erste Drittliga-Saison und seine persönliche Zukunft.

"Niederlage wäre eine kleine Katastrophe"

liga3-online.de: Zuletzt gab es einen 2:1-Erfolg gegen den Abstiegskonkurrenten SV Werder Bremen II. Ein enorm wichtiger Sieg, oder?

Myroslav Slavov: Definitiv. Unser Trainer hat uns vor der Partie gesagt, dass es wie ein Halbfinale ist. Mit dem Sieg haben wir uns nun eine gute Ausgangslage für das große ‚Endspiel‘ am Samstag bei den Sportfreunden Lotte geschaffen. Es ist für beide Teams ein Sechs-Punkte-Spiel. Wenn wir in Lotte gewinnen, haben wir nur noch einen Zähler Rückstand auf die Nicht-Abstiegsplätze und ein Nachholspiel in der Hinterhand.

Bei einer Niederlage in Lotte würde der Rückstand allerdings wieder sieben Punkte betragen. Wie ständen dann die Chancen auf den Klassenerhalt?

Ich bin davon überzeugt, dass wir punkten werden. Wir sind gut drauf und haben einen psychologischen Vorteil. Lotte hatte vor ein paar Wochen noch zehn Punkte Vorsprung auf die Abstiegsplätze und ist durch die Negativserie von sieben Begegnungen ohne Sieg (fünf Niederlagen, zwei Remis, Anm. d. Red.) immer weiter unten reingerutscht. Ich glaube nicht, dass die Mannschaft damit gerechnet hat, so schnell wieder um den Klassenverbleib zittern zu müssen. Falls wir aber tatsächlich verlieren sollten, würde ich das als eine kleine Katastrophe bezeichnen. Es wäre ein herber Rückschlag, aber kein Weltuntergang. Auch dann hätten wir noch Chancen, in der 3. Liga zu bleiben.

Für Sie ist es das erste Jahr in der 3. Liga. Hand aufs Herz: Als Sie im letzten Sommer vom Nordost-Regionalligisten Berliner AK zum CFC kamen, hatten sie nicht damit gerechnet, die ganze Saison gegen den Abstieg zu spielen, oder?

Überhaupt nicht. Der Chemnitzer FC ist ein Traditionsverein, der seit Jahren das Ziel hat, oben mitzuspielen und bestenfalls den Aufstieg in die 2. Bundesliga zu schaffen. Die wirtschaftlichen Probleme aus der letzten Saison wurden gelöst, der Kader mit einigen hungrigen Spielern aus der Regionalliga verstärkt. Nichts hat dafür gesprochen, dass wir gegen den Abstieg spielen werden.

 

"Gehören nicht zu den drei schlechtesten Teams"

Was hat dann dazu geführt, dass die sportliche Situation so prekär ist?

Wir haben viele Spiele unnötig aus der Hand gegeben und es bisher nicht geschafft, auswärts konstant Punkte einzufahren. Ich erinnere mich beispielsweise an die Begegnung beim FSV Zwickau, in der wir nach 2:0-Führung gegen eine tote Mannschaft noch 2:3 verloren haben. Wenn man selbst solche Spiele nicht gewinnt, steht man nun einmal leider weit unten in der Tabelle. Genug Qualität haben wir auf jeden Fall. Dass wir eigentlich nicht zu den schlechtesten drei Teams der 3. Liga gehören, steht für mich außer Frage.

Mit neun Toren sind Sie nach Daniel Frahn der beste Torschütze im Kader. Sie scheinen sich schnell an die 3. Liga gewöhnt zu haben.

Das stimmt. Wobei ich sagen muss, dass ich den Schritt aus der Regionalliga Nordost in die 3. Liga nicht als sehr groß empfinde. Auch in der 3. Liga geht es viel über den Kampf und nur wenige Mannschaften versuchen, spielerisch zu glänzen. Es werden viele hohe Bälle gespielt und manchmal dauert es sehr lange, bis das Abtasten vorbei ist und die Partie so richtig losgeht. Es gibt zwischen der 3. Liga und der Regionalliga viele Parallelen. Der größte Unterschied ist, dass zu Drittliga-Spielen deutlich mehr Fans kommen.

Sie haben einen Vertrag bis Juni 2019. Würden Sie auch bei einem Abstieg des CFC bleiben?

Diese Frage habe ich schon oft gehört, vor allem von unseren Fans. Um ehrlich zu sein, habe ich mich mit dieser Frage aber noch nicht beschäftigt. Ich bin zu 100 Prozent davon überzeugt, dass wir den Klassenerhalt schaffen. Mittelfristig ist mein Ziel, in der 2. Bundesliga zu spielen. Da möchte ich unbedingt hin und am liebsten würde ich das natürlich mit dem CFC schaffen.

 

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