13. November 2017 um 11:39 Uhr

Regionalliga-Check: Wer um den Aufstieg mitspielt

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© imago/Simon

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Die 3. Liga macht derzeit Länderspielpause. Eine willkommene Gelegenheit, um in die Regionalliga zu schauen, in der weiterhin – die Nordost-Staffel ausgenommen – der Ball rollt. liga3-online.de hat sich die fünf Staffeln genauer angeschaut und unter die Lupe genommen, welche Teams derzeit um den Aufstieg in die 3. Liga mitspielen.

Nord-Staffel: Erste Niederlage für den HSV II

Damit hatte kaum einer gerechnet. Nach 15 Spielen ohne Niederlage ging die zweite Mannschaft des Hamburger SV am Samstag erstmals in dieser Spielzeit als Verlierer vom Platz. Am Ende hieß es im Duell der Zweitvertretungen gegen Eintracht Braunschweig aus Hamburger Sicht 1:4, man wird es verschmerzen können,da auch Verfolger SC Weiche Flensburg 08 Punkte liegen ließ – 1:1 im Heimspiel gegen Eutin. Der HSV II führt die Tabelle mit 39 Punkten aus 16 Spielen weiter an, Flensburg hat sechs Punkte und ein Spiel weniger auf dem Konto. Aus dem Verfolgerfeld zwischen Platz drei und acht spielt kein Verein konstant genug, um das Spitzenduo gefährden zu können. Und so sieht alles danach aus, als würden Hamburg und Flensburg die Teilnahme an der Relegation unter sich ausspielen. Ein Fernduell im hohen Norden.

Nordost-Staffel: Cottbus hat sich abgesetzt

Verschnaufpause für den Nordosten. Nur hier ruhte der Ball in der Länderspielpause komplett. Pele Wollitz, Trainer von Energie Cottbus, wird in diesen Tagen gerne mal einen Blick auf die Tabelle werfen. Cottbus hat aus 14 Spielen 38 Punkte geholt, ist noch immer ungeschlagen und es scheint, als könne sich der ehemalige Bundesligist auf dem Weg zur Relegations-Teilnahme im Mai nur noch selbst im Weg stehen. Die Verfolger BFC Dynamo und Union Fürstenwalde (beide 26 Zähler) hinken hinterher, vom Rest der Liga ganz zu schweigen. Cottbus hat mit den erfahrenen Marc Stein, Tim Kruse oder Björn Ziegenbein Leader im Team, dazu kommen viele junge Spieler, die gerade ihre ersten Schritt im Herrenbereich machen – die Mischung passt. Da hat es selbst ein ehemaliger Junioren-Nationalspieler wie Kevin Scheidhauer schwer, sich zu empfehlen: Wie die "Lausitzer Rundschau" schreibt, befindet er sich im Probetraining, Trainer Wollitz scheint aber nicht davon auszugehen, dass Scheidhauer Cottbus helfen kann.

West-Staffel: Uerdingen und Köln im Gleichschritt

In keiner anderen Staffel ist es so spannend wie im Westen. Während Traditionsvereine wie Rot-Weiss Essen oder Alemannia Aachen bestenfalls im Mittelfeld der Liga stehen, marschieren ganz oben an der Spitze KFC Uerdingen (36 Punkte) und Viktoria Köln (35) beinahe im Gleichschritt. Ganz Krefeld hängt derzeit an den Lippen von Trainer Michael Wiesinger, der einst den 1. FC Nürnberg in der Bundesliga coachte. Er durfte sich beim Aufsteiger einen Kader ganz nach seinem Geschmack zusammenstellen, bezahlt hat dies ein russischer Investor, das Ziel ist die 3. Liga – mindestens. Im Kader stehen mit René Vollath, Christopher Schorch, Charles Takyi, Christian Müller oder Marcel Reichwein etliche Spieler, die viele Jahre in den obersten zwei Spielklassen unterwegs waren – für die Herbstmeisterschaft in der Regionalliga hat es gereicht. Einen ähnlichen Weg hatte jahrelang auch die Viktoria aus Köln eingeschlagen, aufgestiegen ist man aber nie. Noch immer ist mehr Geld als bei anderen Viertligisten im Spiel, dazu kommt ein Ausnahmekönner wie Kapitän Maik Wunderlich – wahrscheinlich werden sich Uerdingen und Köln bis zum Ende ein umkämpftes Rennen um den Relegationsplatz liefern.

Südwest-Staffel: Tradition und Rivalität

Im Südwesten hat sich eine Tabellen-Konstellation herausgebildet, von der die Traditionalisten unter den Fans lange nur träumen durften: Der 1. FC Saarbrücken ist Erster (43 Punkte), es folgen die Kickers Offenbach (38) und dann Waldhof Mannheim (34). Während Saarbrücken, das vom ehemaligen Bundesligaspieler Dirk Lottner trainiert wird, mit beeindruckender Souveränität Woche für Woche siegt (erst eine Niederlage aus 18 Spielen), bleibt das Rennen um den zweiten Relegations-Rang, den die Staffel als einzige hält, spannend. Gute Chancen haben die von Ex-Nationalkeeper Oliver Reck trainierten Offenbacher, doch Vorsicht: Waldhof Mannheim hat sich unter dem neuen Trainer Michael Fink stabilisiert und holte aus den letzten fünf Spielen gleich 13 Zähler. Auch der Vierte Mainz II (34 Zähler), der Fünfte SV Elversberg (32), der Sechste Freiburg II (31) und sogar der Siebte Hoffenheim II mischen ebenso oben mit. Es bleibt spannend!

Bayern-Staffel: 1860 verliert und dominiert

Damit war nicht zu rechnen. Tabellenführer 1860 München verlor am Wochenende mit 0:2 gegen Wacker Burghausen, für die Löwen war es die vierte Niederlage in dieser Spielzeit. Und trotzdem bleiben die Giesinger Erster, die Bilanz: 44 Punkte aus 20 Spielen, dazu ein Torverhältnis von 45:15 – es sieht gut aus für die zuletzt nicht unbedingt erfolgsverwöhnten Löwen. Zweiter ist Ingolstadt II mit 36 Spielen und einem Spiel weniger. Trainer der Löwen ist mit Daniel Bierofka eine echte Vereinslegende, der Kader bietet eine gute Mischung aus Routiniers (Sascha Mölders oder Timo Gebhart) und aufstrebende Nachwuchsspielern. Viele von ihnen stammen aus dem eigenen Nachwuchs, das kommt gut an. Genauso wie die Tatsache, dass 1860 seine Heimspiele seit dieser Saison wieder im altehrwürdigen Stadion an der Grünwalder Straße austragen.

 

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