12. Januar 2018 um 09:10 Uhr

Preußen Münster stimmt am Sonntag über Ausgliederung ab

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© imago/osnapix

Eine richtungsweisende Entscheidung steht dem SC Preußen Münster am Sonntag ins Haus. Knapp 1.500 Mitglieder sind aufgerufen, über die Ausgliederung der Profiabteilung des Vereins in eine Kapitalgesellschaft abzustimmen. Preußen-Präsident Christoph Strässer warb im Vorfeld noch einmal leidenschaftlich um große Beteiligung und Ja-Stimmen.

Zwei Wahlgänge: Satzungsänderung und Ausgliederung

Gleich zweimal müssen die Preußen-Anhänger am Sonntag in der Münsteraner Mensa am Ring abstimmen. Beim ersten Wahlvorgang stimmen die Mitglieder über jene Änderung der Vereinssatzung ab, die eine formale Grundlage für die spätere Ausgliederung schaffen soll. Eine 2/3-Mehrheit der stimmberechtigen Mitglieder ist dafür vonnöten. Sollten also alle volljährigen Vereinsmitglieder bei der Versammlung erscheinen, die bereits über eine mindestens einjährige Mitgliedschaft verfügen, so ist ein Ja-Votum von etwa 1.000 der knapp 1.500 aufgerufenen Mitglieder notwendig.

Der zweite Schritt entscheidet über die eigentliche Ausgliederung der Profiabteilung aus dem Verein in eine GmbH & Co. KG auf Aktien. Die vorgelegten Ausgliederungspläne konnten alle Mitglieder der Preußen auf der Geschäftsstelle im Vorfeld öffentlich begutachten. Der zweite Wahlvorgang erfordert eine 3/4-Mehrheit, um der geplanten Ausgliederung stattzugeben. Wenn alle 1.500 Mitglieder erscheinen, müssten sich also 1.125 ausgliederungswillige Wähler finden.

Wie viele Ultras und kritische Anhänger votieren gegen die Ausgliederung?

Während der Vereinswunsch nach einer Ausgliederung bereits schon im ersten Wahlgang scheitern kann, lässt sich aus dem Ergebnis der ersten Abstimmung bereits eine Tendenz für das zweite Votum ableiten. Sollten also bereits 3/4 aller Mitglieder bereits im ersten Wahlgang für eine Satzungsänderung stimmen, so erscheint es arg unwahrscheinlich, dass diese 75-Prozent-Mehrheit nicht auch im zweiten Votum erreicht wird. Entscheidend wird sein, wie viele der traditionsgemäß einer Ausgliederung kritisch gegenüberstehenden Ultras bei der Versammlung erscheinen und dort mit anderen Anhängern auch tatsächlich gegen die Einführung einer GmbH votieren werden.

Preußen-Präsident Christoph Strässer appellierte im Vorfeld der Wahl am Sonntag noch einmal an alle Mitglieder, sich der Bedeutung der Abstimmung bewusst zu werden. "Was so sperrig daher kommt, ist in Wahrheit vielmehr: Es geht um nicht mehr und nicht weniger als um die wirtschaftliche Existenz und die sportliche Zukunft unseres Vereins. Ich werbe mit allen Mitgliedern des Präsidiums und des Aufsichtsrats sowie vielen Vereinsmitgliedern für diesen Schritt", warb der Vereinsboss um die Zustimmung zu den Ausgliederungsplänen.

 
  • Diaspora06

    Ich glaube zwar nicht, dass Lewe & Co wirklich den Abstieg wollen, aber die Unterstützung der letzten 30 Jahre ist wirklich sehr, sehr dürftig ausgefallen. Da fällt mir eigentlich nur die ’neue' Tribüne ein.

    Ich halte es zwar auch nicht unbedingt für eine primäre kommunale Aufgabe den örtlichen Profi-Fussballverein zu 'pushen', aber gerade im Vergleich zu anderen Städten ist Münster diesbezüglich ein echter 'Standortnachteil'. Anderorts wird entweder direkt gefördert (gibt es noch eine Stadt ohne neues Stadion?), und zur Finanzierung der 'Liquidität' machen regelmäßig als verdeckte Subvention örtliche Banken oder Stadtwerke & Co die Portemonnaies auf ('Sponsoring'). Siehe z.B. Halle oder Osnabrück (der musste einfach sein….), um nur einige zu nennen.

    Da über diese 'Schiene' in Münster nicht viel zu erwarten ist, scheint es mir nur 3 Alternativen zu geben: (1) aufs Wunder a la Darmstadt, Sandhausen zu warten (=> hat bei Preussen noch nie geklappt), (2) als 'aufrechter' Verein im niederklassigen Bereich zu operieren (=> ist irgendwie auch ganz schön langweilig, die Älteren können sich vielleicht noch an die Heimspiele gegen Sölde, Langendreer, Hüsten 09, Brambauer, Gohfeld, Lüner SV, Reken etc. erinnern) (3) oder das 'Großkapital'-Spielchen mitzumachen, in der Hoffnung, dass sich mal wieder etwas in Richtung 2. Liga (und mit viel Glück und den richtigen Leuten vielleicht sogar 1 Liga) bewegt.

    Da setze ich auf die letztgenannte Karte, zumal mir die handelnden Akteure einigermaßen redlich & kompetent erscheinen und die Struktur in Richtung Kapitalgesellschaft so gestrickt wurde, dass im 'worst case' der 'ring-fenced' Verein überlebensfähig ist. Ich glaube auch, dass in Münster & Münsterland grundsätzlich deutlich mehr 'geht' als derzeit. Die Region ist fussballbegeistert und der Verein wird aufgrund der Tradition grundsätzlich als identitätsstiftend wahrgenommen. Wenn die 'Kohle' richtig eingesetzt wird, könnte etwas daraus werden. Und wenn nicht? Dann sind wir eben wieder im o.g. Szenario 2, das wir Preussen-Fans auch irgendwie überlebt haben und einige Kritiker ja ohnehin zu bevorzugen scheinen.

    Deshalb möchte ich auch die Skeptiker & Unentschlossene bitten, dem Konzept eine Chance zu geben, und am Sonntag für die Ausgliederung zu stimmen! Und, da die Hauptkritik ja wohl insbesondere aus dem 'Ultra-Lager' kommt, mal zugespitzt: Pyrotechnik und aufwändige Choreographien in Erntebrück machen doch auch keinen Spass, und Eure 'Blagen' (hier spreche ich aus eigener Erfahrung) werdet Ihr eines Tages mit 'Bauern-Liga' auch nicht ins Preußen-Stadion locken können…… Also: Wat nich is, kan noch wäern. Guet gaon!

  • Thomas Horstmann

    Ohne Ausgliederung geht der Fahrstuhl eindeutig in Richtung Regionalliga…ganz im Sinne der Stadtoberen der Provinzialhauptstadt.

    • Diaspora06

      ….ich glaube zwar nicht, dass die Lokalpolitiker Lewe & Co wirklich den Abstieg wollen, aber die Unterstützung der letzten 30 Jahre ist wirklich sehr, sehr dürftig ausgefallen. Da fällt mir eigentlich nur die ’neue' Tribüne ein.

      Ich halte es zwar auch nicht unbedingt für eine primäre kommunale Aufgabe den örtlichen Profi-Fussballverein zu 'pushen', aber gerade im Vergleich zu anderen Städten ist Münster diesbezüglich ein echter 'Standortnachteil'. Anderorts wird entweder direkt gefördert (gibt es noch eine Stadt ohne neues Stadion?), und zur Finanzierung der 'Liquidität' machen regelmäßig als verdeckte Subvention örtliche Banken oder Stadtwerke & Co die Portemonnaies auf ('Sponsoring'). Siehe z.B. Halle oder Osnabrück (der musste einfach sein….), um nur einige zu nennen.

      Da über diese 'Schiene' in Münster nicht viel zu erwarten ist, scheint es mir nur 3 Alternativen zu geben: (1) aufs Wunder a la Darmstadt, Sandhausen zu warten (=> hat bei Preussen noch nie geklappt), (2) als 'aufrechter' Verein im niederklassigen Bereich
      zu operieren (=> ist irgendwie auch ganz schön langweilig, die Älteren können sich vielleicht noch an die Heimspiele gegen Sölde, Langendreer, Hüsten 09, Brambauer, Gohfeld, Lüner SV, Reken etc. erinnern) (3) oder das 'Großkapital'-Spielchen mitzumachen, in der Hoffnung, dass sich mal wieder etwas in Richtung 2. Liga (und mit viel Glück und den richtigen Leuten vielleicht sogar 1 Liga) bewegt.

      Da setze ich auf die letztgenannte Karte, zumal mir die handelnden Akteure einigermaßen redlich & kompetent erscheinen und die Struktur in Richtung Kapitalgesellschaft so gestrickt wurde, dass im 'worst case' der 'ring-fenced' Verein überlebensfähig ist. Ich glaube auch, dass in Münster & Münsterland grundsätzlich deutlich mehr 'geht' als derzeit. Die Region ist fussballbegeistert und der Verein wird aufgrund der Tradition grundsätzlich als identitätsstiftend wahrgenommen. Wenn
      die 'Kohle' richtig eingesetzt wird, könnte etwas daraus werden. Und wenn nicht? Dann sind wir eben wieder im o.g. Szenario 2, das wir Preussen-Fans auch irgendwie überlebt haben und einige Kritiker ja ohnehin zu bevorzugen scheinen.

      Deshalb möchte ich auch die Skeptiker & Unentschlossene bitten, dem Konzept eine Chance zu geben, und am Sonntag für die Ausgliederung zu stimmen! Und, da die
      Hauptkritik ja wohl insbesondere aus dem 'Ultra-Lager' kommt, mal zugespitzt: Pyrotechnik und aufwändige Choreographien in Erntebrück machen doch auch keinen Spass, und Eure 'Blagen' (hier spreche ich aus eigener Erfahrung) werdet Ihr eines Tages mit 'Bauern-Liga' auch nicht ins Preußen-Stadion locken können…… Also: Wat nich is, kan noch wäern. Guet gaon!

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