5. April 2018 um 10:34 Uhr

Münster: "Deviants Ultras" stellen Unterstützung endgültig ein

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© Fotostand

Die "Deviants Ultras" werden den SC Preußen Münster nicht mehr aktiv unterstützen – das gab die Gruppe am Donnerstag in einer Mitteilung bekannt.

Ultras wollen kein Teil "dieses Fußballs" sein

Hintergrund der Entscheidung ist die im Januar von den Vereinsmitgliedern mit großer Mehrheit beschlossene Ausgliederung der Profiabteilung in eine Kapitalgesellschaft. Schon unmittelbar danach haben die Ultras den Support bei Heim- und Auswärtsspielen des SCP eingestellt, nun kündigen sie ihren endgültigen Abschied an: "Die Gruppe Deviants Ultras wird die SC Preußen Münster GmbH & Co KGaA niemals aktiv im Stadion unterstützen." Man wolle und werde kein Teil "dieses Fußballs", sein, heißt es in der Mitteilung. Die Entscheidung sei "mit schwerem Herzen" aber "voller Überzeugung" gefallen.

Zuletzt kaum noch Stimmung im Preußenstadion

Eine gemeinsame Zukunft mit den Menschen, die die Ausgliederung bejahten, "kann und wird es für uns nicht geben", schreiben die Ultras und blicken "erhobenen Hauptes" auf "neun intensive Jahre" zurück. Ob die Anhänger dem Preußenstadion künftig dauerhaft fernbleiben und was der endgültige Rückzug der Deviants für die Stimmung bei den Spielen des SC Preußen Münster bedeutet, bleibt offen. Neben den Deviants haben auch die Ultras der "Gruppo Resistente" die aktive Unterstützung nach der Ausgliederung eingestellt, sodass es im Preußenstadion zuletzt deutlich ruhiger war.

 
  • Augenöffner

    Die Choreos waren oft wirklich klasse – insofern wird was fehlen. Ich glaube aber nicht, dass jemand den Support dieser Gruppe vermisst. Das war oft ein Kinderchor im Stimmbruch.
    Wahre Liebe kennt keine Liga und lässt sich auch nicht durch solche juristischen Spielereien beeinflussen.
    Die Reaktion hat was von einem trotzigen Kind, das man sein Spielzeug weggenommen hat.

  • Münsterländer

    Was ist das für absurdes Gedankengut dieser Möchtegernultras! Schaut auf RWE und andere Vereine die keine GmbH gebildet haben. Da sind die Vereine pleite ,noch dazu dass sie auch keine Zweite laufen haben, haben diese Vereine es besonders schwer wieder auf die Beine zu kommen. Mit einer GmbH bleibt immer der Verein bestehen! Das sollte man bedenken ihr superschlauen Ultras !Ihr lebt nun mal nicht im Kommunismus, wo alles gleich sein soll!

    • Cox Orange

      Ob man den Fußball in einer GmbH ausgliedert, ist und bleibt umstritten. Neben Vorteilen (GmbH ist pleite, Verein bleibt und steuerliche Vorteile) gibt es zweifellos auch Nachteile (weniger Identifikation mit einer GmbH, sterbende Vereinskultur, das Wegbleiben von Ultras ist ein starkes Indiz dafür).
      Wenn Ultras diesen Weg nicht mitgehen wollen, sollte man es akzeptieren und nicht polemisieren.
      Es gibt kein Grundrecht auf Stimmung durch Ultras, das sollten die VIP-Logen Besucher auch erkennen.

      • 14 ist

        Fußball und Identifikation mit der Mannschaft gab’s weit vor der ultrakultur also denke ich dass es fraglich ist ob man das wegbleiben Ebenjener als Indiz sehen kann

      • Phillip

        Die Mannschaften treten doch dann nicht mit dem Namen der GmbH/Co KG usw auf, sie treten immer noch im Namen des Vereins auf. Wo soll hier also bitte eine fehlende Identifikation mit dem Verein entstehen? Genauso wenig wird die Vereinskultur sterben, denn ein Großteil der Leute, die ihre Mannschaft sehen wollen, haben aktiv mit dem Verein gar nichts zu tun. Ultras machen doch im Stadion primär nur Stimmung, um ihre Mannschaft zu unterstützen. Dem Ultra darf es herzlich egal sein, ob der Spieler nun direkt beim Verein angestellt ist oder bei der GmbH/Co KG. Wie viele anscheinend aber auch nicht wissen, verstoßen sämtliche Vereine mit nicht ausgegliederte Profimannschaften gegen deutsches Recht.

      • Uwe Arnold

        Sehr gut auf den Punkt gebracht.

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