20. März 2017 um 18:01 Uhr

MSV Duisburg: Der Alte und das Tor

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© imago/Reichwein

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Torfluch? Abgehakt. Tabellenführung? Ausgebaut. Teamgeist? Ausgezeichnet. Beim 3:2-Heimsieg gegen Rot-Weiß Erfurt ließ der MSV Duisburg wieder alle Tugenden aufblitzen, die zum ersehnten Aufstieg nötig sind. Nach vier Spielen ohne eigenen Treffer konnte Stanislav Iljutcenko seine Mannschaft nicht nur erlösen, sondern zugleich auf die Siegesspur zurückführen. Und auch der lange vermisste Kapitän Branimir Bajic konnte bei seinem Comeback einen wichtigen Arbeitsnachweis vorzeigen.

Iljutcenko beendet Torflaute

So schnell kann es nur in der Dritten Liga gehen – am Samstagnachmittag um 14:15 Uhr schien der erste Tabellenplatz endgültig zu schwinden, Erfurt erzielte den Führungstreffer. Am frühen Sonntagabend sitzt der MSV Duisburg mit vier Punkten Vorsprung vor dem 1. FC Magdeburg wieder uneinholbar im Sattel. Grund dafür ist nicht nur das Unentschieden des Zweitplatzierten, sondern auch die aufbäumende Leistung der Zebras gegen Rot-Weiß Erfurt. Nach einem krassen Fehler von Dustin Bomheuer, der seinen Gegenspieler am eigenen Sechzehner mit einem Haken aussteigen lassen wollte, gingen die Thüringer in der 14. Minute durch Tugay Uzan in Führung. Der Innenverteidiger schüttelte frustriert den Kopf. Danach schlug die Stunde von Stanislav Iljutcenko, der seine Mannschaft innerhalb der folgenden zehn Minuten in Führung brachte. Zuerst netzte er eine Hereingabe von Ahmet Engin mit dem Schienbein im lange Eck ein, danach fälschte der deutsch-russische Stürmer einen Kopfball von Branimir Bajic unhaltbar für RWE-Torwart Philipp Klewin ab. So sehr, wie sich Iljutcenko anschließend die Erleichterung von der Seele schrie, dürfte der 26-Jährige am Abend wohl keine Stimme mehr gehabt haben. "Das tat sehr gut. Ich habe lange darauf hingearbeitet, es gehört aber auch das nötige Quäntchen Glück dazu. Ich habe einfach auch zweimal richtig gestanden", konnte der Matchwinner zumindest nach dem Spiel noch gegenüber der "WAZ" erzählen. Profitiert hat der Doppeltorschütze auch von dem Mannschaftsgeist, der nach dem frühen Rückstand zu spüren war – den Profis vom MSV war es anzumerken, dass sie das dritte Spiel der englischen Woche nicht auch noch verlieren wollten. Somit konnte Iljutcenko nicht nur seine persönliche Durststrecke von 529 Minuten beenden, sondern auch sein Team nach vier torlosen Partien in Folge wieder jubeln lassen. Ein guter Grund für Heiserkeit.

Startelf-Rotation bringt Erfolg

Zum Erfolg trugen am Samstag auch die Veränderungen in der Startelf bei, die Trainer Ilia Gruev schon vor der englischen Woche angekündigt hatte. Iljutcenko selber rückte dabei genauso neu ins Team, wie Linksverteidiger Dan-Patrick Poggenberg und Kapitän Branimir Bajic, der in diesem Kalenderjahr noch gar nicht zum Zuge kam. Dafür hätte das Comeback des MSV-Oldies allerdings nichts besser laufen können, denn der 37-jährige Innenverteidiger erzielte per zweifelhaftem Strafstoß das vorentscheidende 3:1 für seine Mannschaft. "Ich bin ein alter Mann. Ich brauche jetzt wieder zwei bis drei Monate, um mich zu regenerieren", scherzte der Rückkehrer nach der Partie über seine lange Ausfallzeit. Auch wenn die Innenverteidigung "Bomi & Blomi" die Zukunft beim MSV sein dürfte, war eine Rückkehr des Abwehrchefs für Ersatzmann Thomas Blomeyer eine zusätzliche Stütze für das Team. Und hätte Fabian Schnellhardt das Spiel nicht kurz vor Schluss durch einen weiteren Elfmeter – diesmal gegen sein Team – spannend gemacht, dann hätte der "alte Mann" das Match vermutlich auch abzockt zu Ende gebracht.

 

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