13. September 2017 um 16:26 Uhr

Kommentar: Aufstockung der 3. Liga ist keine sinnvolle Option

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© imago/Hübner

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Seit Jahren steht der Aufstiegsmodus in die 3. Liga in der Kritik, nun bahnt sich möglicherweise eine Reform an. Wie der DFB am Mittwochnachmittag bestätigte, befasse man sich derzeit mit möglichen Varianten. Darunter: Eine Aufstockung der 3. Liga auf 22 Teams, damit bei dann fünf Absteigern alle Viertliga-Meister direkt aufsteigen können. Eine sinnvolle Option ist dieses Modell aus Drittliga-Sicht aber nicht. Ein Kommentar.

Rahmenterminkalender platzt aus allen Nähten

Klar ist: Die Meister der fünf Regionalliga-Staffeln müssen direkt aufsteigen. Dass dies seit einigen Jahren nicht mehr der Fall ist, ist ein Unding. Jedoch darf eine Reform der Aufstiegsspiele nicht zulasten der 3. Liga gehen. Schon gar nicht, wenn die Spielklasse dafür von 20 auf 22 Teams aufgestockt werden müsste. Dies hätte vier weitere Spieltage zufolge, die im ohnehin schon randvollen Rahmenterminkalender kaum unterzubringen sein dürften. Bereits jetzt geht die Saison von Mitte Juli bis Mitte Mai und umfasst neben den 38 Liga-Spielen auch mehrere Partien im Landes- und DFB-Pokal. Ein Beispiel: Allein die Sportfreunde Lotte haben in der vergangenen Saison als Aufsteiger insgesamt 48 Pflichtspiele absolviert und damit das maximal zumutbare erreicht.

Niveau würden leiden

Bei einer Aufstockung der 3. Liga auf 22 Mannschaften würden die meisten Drittligisten – auch ohne Partien im DFB-Pokal absolviert zu haben – auf knapp 50 Pflichtspiele kommen – und das in einen effektiven Zeitraum von rund 36 Wochen. Die Folge wären zahlreiche Englische Wochen, die mit dem ohnehin schon knappen Budget der Drittligisten wohl nicht auf einem konstant hohen Niveau zu bestreiten sind – dafür wären die Kader bei in etwa gleichbleibenden Einnahmen einfach zu teuer.

Eine Verkürzung von Sommer- und Winterpause, sodass 42 Spieltage besser in den Kalender passen, wäre aufgrund der steigenden Belastung derweil eher kontraproduktiv. Und die auch Länderspiel-Pausen könnten nicht einfach gestrichen werden. Das würde wiederum zulasten der Vereine und besonders der jungen U-Nationalspieler gehen – nicht zuletzt auch im Hinblick auf die DFB-Auswahlteams. Ohnehin würde das Niveau einer Liga mit derart vielen Mannschaften insgesamt wohl sinken – sowohl spielerisch als auch sportlich. Auch für die Fans wäre eine 3. Liga mit 22 Mannschaften und 42 Spieltagen kaum zumutbar (nicht nur finanziell).

Reform ja, aber nicht zulasten der 3. Liga

Zusammengefasst: Eine Reform der Aufstiegsspiele ist unabdingbar, die 3. Liga darf darunter aber nicht leiden. Gegen einen vierten Abstiegsplatz in einer Liga mit 20 Mannschaften hätte sicherlich niemand etwas einzuwenden – das wäre vertretbar. Die Aufstockung der dritten Spielklasse auf 22 Teams und die damit verbundene Erhöhung der Absteiger auf fünf Teams stellt jedoch keine sinnvolle Option dar.

 

Was meint ihr: Welche Lösung ist am sinnvollsten?

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  • Horst Klein

    Raus mit den 2. Manschaften aus der regio ,ab ins eigene system die nehmen nur platz weg

  • real

    Das probelm ist viel weiter unten wir müssen von 16 verbandsligen(in mehreren staffeln) auf eine 3. Liga kommen
    Meiner Meinung nach geht das nur wenn immer 4 mannschaften aus der jeweilige. Liga auf und absteigen.
    22 mannschaften ist Blödsinn wir fangen ja jetzt schon eher an und konnten erst (dank des verspäteten 1. Und 2.ligastartes) am 6. Spieltag mit ner Mannschaft planen (transferfenster).
    Mann sollte 18 mannscahften nehmen und die 3. Liga in den komplett in den neuen geplanten dfb pokal mit aufnehmen

  • Kolja Liebscher

    In England geht es doch zum Beispiel auch mit 22 Mannschaften in einer Liga.
    Drittligisten sollten generell erst später in die Landespokalrunden einsteigen, das bringt auch weniger Spiele.
    Denn eines ist klar: die Lösung mit der Veränderung der Anzahl der Regionalligen auf 4, geht nur gegen Widerstände der betroffenen Landesverbände & einzelner Funktionäre und dauert damit viel länger.
    Aber die Meister müssen(!) selbstredend sofort aufsteigen und bitte keine halbgare Lösung wie die mit der vergleichbaren Fünfjahres-UEFA Regelung.
    Welche 3 Regionalligameister dürfen denn dann sofort hoch und welche 2 müssten sich dann duellieren? Der nächste Katzenjammer wäre schon vorprogrammiert…

    • augsburg77

      Warum müssen Meister immer aufsteigen. Jeder ruft doch immer nach Tradition und diese Aufstiegsspiele/Aufstiegsrunden haben Tradition. Die gab es schon früher beim Übergang zwischen Amateurligen (und Regionalliga ist offiziell eine Amateurliga) und den Profiligen. Erst die Aufstiegsrunden der damaligen Regionalligisten in die 1.Bundesliga, dann später die der Oberligameister in die 2.Bundesliga bis eben jetzt für den Aufstieg in die 3.Liga. Und wenn man sich zb den Aufstieg in die Regionalliga Nord ansieht, da müssen auch 3 Meister und ein Zweiter Aufstiegsspiele um 2 Plätze machen und da hört man keine Beschwerden

  • JR910

    Erst einmal Daumen hoch für den Kommentar, Herr Julian Koch.
    Ich persönlich bin für die vierer Lösung. Vier Regionalligen, vier Auf- und Absteiger.
    Um halbwegs ausgeglichene und für alle möglichst optimale Bedingungen zu schaffen, müssen
    die Einteilungen der vier Ligen ja nicht zwangsläufig an die Grenzen der Bundesländer gebunden sein.
    Eine weitere Aufstockung der 3. Liga lehne ich kategorisch ab, denn schon jetzt haben viele Vereine verletzungsbedingte Ausfälle, die kaum zu kompensieren sind und das Geld sich einen ausreichend großen Kader zu halten um die Saison zu überstehen haben wohl die Wenigsten.

  • Philipp Schramm

    – Aus 5 Regionalligen werden 3 Regionalligen,
    – Regionalliga Nordost bleibt so wie sie ist und wird zur "Regionalliga Ost",
    – Regionalliga Nord, Regionalliga West und der nördliche Teil der Regionalliga Südwest werden zur "Regionalliga West",
    – der südliche Teil der Regionalliga Südwest und die Regionalliga Bayern werden zur "Regionalliga Süd".

  • augsburg77

    Warum geht es immer gegen die Regionalliga Bayern, wenn meinetwegen auf 4 Regionalligen gekürzt wird, dann wird es die Regionalliga NRW auch nicht mehr geben. Man könnte dann Baden-Württemberg zu Bayern und den Rest der Regionalliga SW zu NRW. Und wenn jetzt einer meint Bayern wäre die schlechteste der Regionalligen, was man auch schon öfters in verschiedenen Foren gelesen hat, dem empfehl ich einfach mal sich anzuschauen wie die Bilanz bisher bei den Aufstiegsspielen gewesen ist und wo die Aufsteiger im Jahr darauf in der 3.Liga landeten.
    Persönlich wäre ich für fünf Auf-/Absteiger und 22 in der 3.Liga, das könnte man dann als Vorlauf zu einer Aufstockung der ersten beiden Ligen auf jeweils 20 nehmen.
    3 Regionalligen geht meiner Meinung nach gar nicht. Das ist schon einmal krachend gescheitert und wurde nicht zuletzt auf Wunsch der Vereine zurückgenommen. Wenn man das will, dann darf man sich nicht über mehere Insolvenzen pro Jahr wundern

    • real

      Weil bayern (und bw an 2. Stelle) die meisten vereine haben du kannst die ja im leben nicht vergelichen mit z.b. Bremen

      • augsburg77

        Ich schreibe ja pro Regionalliga Bayern ;-)

  • alabtros

    So lange DFB-Vize Koch – nennt doch einfach mal das Problem beim Namen oder habt Ihr Düsengang vor dem DFB – gleichzeitig DFB-Vize, Präsident Südverband und auch noch Präsident des Bayerischen Verbandes ist, wird sich an 5 Regio-Staffeln nichts ändern. Der wird definitiv durchsetzen, das Bayern seine RL behält – welchen Sinn auch immer das haben soll. Hat er ja nun schon öffentlich im Rahmen dieser Berichterstattung geäußert, das es bei 5 Staffeln bleiben wird – nun hindern da ganz plötzlich Verbandssatzungen, die nur der DFB-Bundestag ändern kann – und der ist erst 2019. Das man den – wenn man will – auch 2018 machen könnte wegen dieser Sachen – fällt Herrn Koch eher nicht ein. Man will ja laut Berichterstattung da möglicherweise bis Ende 2017/Anfang 2018 letztendlich als DFB-Präsidiumsbeschluß wieder irgendeine halbgare Lösung durchprügeln.Am Ende sind es wieder die "dummen" untergeordneten Verbände und Vereine, von denen der Wunsch nach einer praxisfremden Lösung kam – genau der Spruch kommt ja aktuell aus der Fleck-Schneise zum jetzigen Zustand.

  • DM von 1907

    Für mich ist es keineswegs klar, dass die Meister der fünf Regionalliga-Staffeln direkt aufstreigen müssen!

    Reduzierung der Regionalligen von fünf auf vier (sicher schwierig im Detail, aber machbar), vier Absteiger und vier Aufsteiger (ein Absteiger mehr ist zumutbar) und Beibehaltung der Ligastärke mit 20 Mannschaften – das dürfte die bei weitem sinnvollste Lösung sein.

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