16. Januar 2016 um 12:20 Uhr

Hinrundenfazit Dynamo: Mit Begeisterung auf Zweitliga-Kurs

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© imago/Michael

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Die SG Dynamo Dresden thront unangefochten an der Tabellenspitze – das Ziel für die verbleibenden Spiele der Saison ist klar: der Aufstieg in die 2.Bundesliga. 46 Punkte aus 21 Spielen sind eine bemerkenswerte Quote. Darauf ausruhen möchte sich in Dresden aber keinesfalls, zumal die Erfahrungen aus der Vorsaison noch präsent sind. liga3-online.de nutzt die Winterpause für ein Zwischenfazit.

Das lief gut

Vor einem Jahr hatten die Dresdner vor dem Start in die Rückrunde alle Möglichkeiten den sofortigen Wiederaufstieg zu packen. Doch eine schwarze Serie verhinderte zu Beginn der Restrunde ein besseres Abschneiden. Ein Jahr später stehen die Sachsen noch besser in der Tabelle da und haben alles in der eigenen Hand. Mit der Verpflichtung von Uwe Neuhaus als neuer SGD-Trainer wurden die Hoffnungen auf die Zweitliga-Rückkehr im vergangenen Sommer weiter befeuert. Neuhaus verstand es in kürzester Zeit eine völlig auf den Erfolg fokussierte Mannschaft zu formen, die erst am 13. Spieltag erstmals besiegt werden konnte (0:1 gegen Cottbus). Es war die bisher einzige Pleite. Dresden bewies in einigen Spielen sehr gute Comeback-Qualitäten und entschied Spiele oft erst in den Schlussminuten für sich. Vor allem bei Standardsituationen zeigten sich die Schwarz-Gelben im Vergleich zu vorangegangenen Jahren stark verbessert. Als vor Weihnachten die Siege ausblieben und die Neuhaus-Elf nicht über Punkteteilungen hinaus kam, behielt man trotzdem die Ruhe und sorgte mit einem 2:1-Heimsieg gegen Würzburg für einen perfekten Jahresabschluss.

Das lief schlecht

Zum Ende der Hinrunde machte sich die Abnutzung der vielen Spiele bemerkbar. Die Neuhaus-Elf spielte nicht mehr den Power-Fußball, mit dem sie so oft begeistern konnte. Die Frische war der Mannschaft etwas abhandengekommen, zudem wurden viele Chancen nicht konsequent genug ausgenutzt. So blieben die Dresdner zwischen dem 31. Oktober und dem 17. Dezember gar sieglos, büßten an ihrem komfortablen Vorsprung jedoch nichts ein. Die Winterpause kam für die Spieler um Trainer Uwe Neuhaus gerade recht.

Die Neuzugänge

Für einige kam es etwas überraschend. Im ersten Saisonspiel gegen den VfB Stuttgart II (4:1) hütete Jannis Blaswich das Tor der Dresdner und hatte somit den Zweikampf gegen Patrick Wiegers gewonnen. Nach einigen kleinen Unsicherheiten in den ersten Spielen steigerte Blaswich sich zu einer festen Größe und ist für die Mannschaft ein starker Rückhalt. Allerdings ist Blaswich lediglich bis Saisonende aus Mönchengladbach ausgeliehen. Der Torhüter signalisierte aber bereits, gern über den Sommer hinaus in Dresden zu bleiben. Pascal Testroet, der vom Zweitliga-Aufsteiger Bielefeld nach Dresden kam, benötige eine etwas längere Anlaufzeit, kämpfte sich aber mit beherzten Leistungen in das Team und ist mittlerweile ein Leistungsträger. Ein anderer schlug noch stärker ein: Giuliano Modica verpasste mit Offenbach den Aufstieg in die 3.Liga, schaffte persönlich mit seinem Wechsel an die Elbe dennoch den Sprung nach oben und wurde sofort zu einer festen Größe in der Dresdner Verteidigung. Modica absolvierte alle 21 Spiele über die volle Distanz und sah als Innenverteidiger nur zwei Gelbe Karten. Zudem erzielte der Argentinier bereits zwei Tore. Die Verpflichtung von Andreas Lambertz war sicherlich die spektakulärste. Der Routinier ist für das Dresdner Mittelfeld eine Ruhequelle, ein Lenker und Denker. Aias Aosman sorgte mit seiner Spuckattacke gegen Münster Ende November zwar für Diskussionen, ist aber auch eine echte Verstärkung für das Neuhaus-Team. Insgesamt haben der Trainer und Ralf Minge eine gute Arbeit geleistet und einen starken Kader zusammengestellt.

Bester Spieler

Marvin Stefaniak war bei der U20-WM in Neuseeland dabei und wurde vom ersten Spieltag an in Dresden eine tragende Figur. Mit seinen Freistößen und Flanken bereitete er eine Vielzahl der Dynamo-Tore vor und ist im Mittelfeld einer der Aktivposten. Mit seiner vorzeitigen Vertragsverlängerung bis 2020 ließ er die Herzen zudem auch außerhalb des Rasens höher schlagen. Einzig im Torabschluss könnte Stefaniak im Laufe der Rückrunde noch zulegen.

Schwächster Spieler

Es war im Dezember 2014. Im Spiel gegen den VfL Osnabrück zog sich Mathias Fetsch einen Kreuzbandriss zu und fiel lange aus. Dynamo Dresden verpflichtete den Stürmer im Sommer dennoch fest aus Augsburg. Allerdings kam Fetsch nie über Kurzeinsätze hinaus und verließ die Sachsen im Januar in Richtung Kiel. Über Kurzeinsätze kam auch Luca Dürholtz in dieser Saison bisher nicht hinaus. Zum Jahreswechsel wurden Spekulationen über einen vorzeitigen Wechsel lauter. Dürholtz möchte aber noch einmal in Dresden angreifen und den Ausfall von Aosman nutzen. Im Testspiel gegen Waregem erzielte Dürholtz das zwischenzeitliche 1:0.. Möglich ist, dass die Dresdner einen Spieler wie Tom Hagemann an einen ambitionierten Regionalligisten in der Region ausleihen.

Fazit

Die SG Dynamo Dresden war von Beginn an der erklärte Aufstiegskandidat Nummer eins. Auch selbst machte man keinen Hehl daraus, am Ende dieser Saison unbedingt in die 2.Bundesliga aufsteigen zu wollen. Während in der Vergangenheit schon manche Mannschaften an solch einem Druck gescheitert sind, spielten die Dresdner vom ersten Spieltag an wie entfesselt und stürmten von Rekord zu Rekord. Die Art und Weise, mit der die Mannschaft von Uwe Neuhaus auftritt, war vor allem bis zum 3:2-Heimsieg gegen Magdeburg berauschend. Den Verantwortlichen ist es gelungen, das Maximale aus der Mannschaft herauszuholen. Die Sachsen spielen seit der ersten Sekunde der Saison wie ein Aufsteiger.

Prognose

Nach zwei Jahren in der 3. Liga werden die Dresdner am Ende der Saison den Aufstieg in die 2. Bundesliga feiern. Nach der Pause wird es wichtig sein, schnell einen Erfolg zu verbuchen. Je nachdem, wie die Neuhaus-Schützlinge aus den Startlöchern kommen, ist der Aufstieg nur eine Frage der Zeit. Können die Dresdner ihre Heimstärke beibehalten, muss man sich angesichts des anspruchsvollen Auswärtsprogramms (Erfurt, Halle, Chemnitz, Osnabrück, Aalen, Cottbus, Magdeburg, Münster) keine Gedanken um die Schwarz-Gelbe Aufstiegsparty im Mai machen.

 

 

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