12. Oktober 2017 um 11:39 Uhr

Fünf Fragen: Das erwartet uns am 12. Spieltag

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© imago/foto2press

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Die gute Nachricht: Zwei Länderspielpausen sind geschafft. Die schlechte Nachricht: Eine steht im November noch vor uns. Wieder eine gute Nachricht: Dafür gibt es in der gesamten Rückserie nicht eine einzige Spielpause. Zusammengefasst: Schön, dass es nach der sicheren WM-Qualifikation der Deutschen endlich weitergeht mit dem Vereinsfußball! Und das Wochenende behält für eine ganze Reihe von Teams Herausforderungen vor.

Der 12. Spieltag

Da wären gleich drei Mannschaften, die nach dem vergangenen Spieltag ihren Trainer vor die Tür gesetzt hatten. Rot-Weiß Erfurt versucht es am Freitagabend mit David Bergner und ist bei furios gestarteten Kölnern klarer Underdog. Zwei Autostunden weiter nördlich will Interimscoach Daniel Thioune beim VfL Osnabrück einen erfolgreichen Einstand feiern – der 1. FC Magdeburg kommt als Zweiter an die Bremer Brücke und bringt jede Menge Fans mit. Die Würzburger Kickers müssen schließlich zum Krisenduell der Absteiger, sind Gast beim Karlsruher SC. Andernorts stehen Übungsleiter derweil unter Druck, beispielsweise Peter Vollmann beim VfR Aalen vor dem Duell mit dem FSV Zwickau. Und auch Rico Schmitt sollte mit seinem HFC die drei Punkte gegen Großaspach an der Saale behalten, sonst dürfte es nachhaltig unruhig werden…

Frage 1: Kämpft sich Rot-Weiß Erfurt aus der schweren Situation hinaus?

Fans von Rot-Weiß Erfurt sind dieser Tage wahrlich nicht zu beneiden. Gut – das Gefühl, auf einem Abstiegsplatz stehen zu müssen, das ist nichts Neues in Thüringen. Doch die Trennung von Trainer Stefan Krämer fiel weiten Teilen des Anhangs enorm schwer, es entwickelte sich sogar eine Protestbewegung. Wer soll es besser machen als der sympathische, den Fans nahe und gleichzeitig nie aufgebende Krämer?

Diese Antwort müssen nun die Verantwortlichen unter sich klären. Nachfolger David Bergner verdient eine Chance, die letzte Eigenlösung Christian Preußer hatte bescheidenden Erfolg. Mit der 1:2-Derbypleite gegen Jena im Landespokal sowie einem gekündigten Stadionmietvertrag auf den Schultern reist Erfurt gewaltig beladen zu Fortuna Köln. Ein Blick auf die Quoten zeigt, dass RWE schon mit einem Punkt zufrieden sein dürfte. Zum Durchatmen braucht es aber einen Sieg, so kompliziert das Unterfangen auch sein mag.

Frage 2: Hält Rico Schmitt dem wachsenden Druck in Halle stand?

Die Geduld ist auch in Halle allmählich aufgebraucht. Rico Schmitt versucht sich im zweiten Jahr an der Saale, kann aber schlichtweg keine Erfolge verzeichnen. Dabei besitzt er nun sogar treffende Stürmer in seinen Reihen – die preisgekrönte Defensive ist dafür an den ersten elf Spieltagen mehr als einmal übertölpelt worden. Zum Vergleich: 2016/17 hatte der HFC nach 26 Spieltagen genau 19 Gegentreffer kassiert, in der aktuellen Spielzeit sind es nach elf Runden schon 22 Gegentore. Die Konsequenz ist der 16. Tabellenplatz. Am Freitag kommt Großaspach nach Sachsen-Anhalt gefahren – es wird ein Schlüsselspiel, keine Frage. Ziel ist, die berühmte Null zu halten, auch wenn mit Hendrik Starostzik ein Stammspieler gesperrt ausfällt. Vorne sollen es dann Petar Sliskovic, Benjamin Pintol und Co. richten. Geht die Mission schief, wird die Luft für Schmitt dünn.

Frage 3: Feiert Kevin Pannewitz sein Profi-Comeback?

Das wäre dann wohl eine dieser berühmten Geschichten im Fußball: Ein Profi startet durch, wird leichtsinnig, fällt ins Loch, nimmt einen Zentner zu – und spult das ganze Programm rückwärts ab, um auf seine Rückkehr hinzuarbeiten. Kevin Pannewitz hat viel durchgemacht, bei Carl Zeiss Jena will er wieder Fuß fassen. Mittlerweile ist er so nah an der Mannschaft wie noch nie, und es wäre mehr als ein Wink des Schicksals, würde ihn Coach Mark Zimmermann gegen seinen Ausbildungsverein Hansa Rostock aufstellen – im Kader steht Pannewitz am Samstag auf jeden Fall, das ist schon klar. Punkte gibt es allerdings auch noch zu verteilen, und die braucht Jena, um die Abstiegsplätze zu verlassen. Ein schönes Gefühl, standen die Thüringer in den letzten Wochen doch des Öfteren in der verbotenen Zone.

Frage 4: Wird die Lage für Peter Vollmann allmählich kritisch?

Es ist ein offenes Geheimnis, dass die Ansprüche beim VfR Aalen seit der guten letzten Saison gewachsen sind. Ein neunter Platz, aber eine sinkende Formkurve sorgen für erste deutliche Misstöne im sonst so ruhigen Umfeld. Auch Trainer Peter Vollmann muss Kritik einstecken, haben sich spielerische Elemente beim VfR in den ersten Saisonwochen doch augenscheinlich stark zurückentwickelt. Ob die Länderspielpause, die mit einem 7:0 im Landespokal sowie einem 2:2-Test gegen den VfB Stuttgart einherging, neues Selbstvertrauen gebracht hat?

Zeigen wird es das unangenehme Heimspiel gegen den FSV Zwickau. Hier benötigt Aalen physisch wie mental starke Kräfte. Es ist wenig hilfreich, dass selbst herausragende Spieler wie Maximilian Welzmüller das Niveau der Vorsaison aktuell nicht annähernd halten können – nur Daniel Bernhardt ist im Tor der gewohnte Rückhalt. Die Zuschauer dürfen gespannt sein, ob Vollmann in den vergangenen zwei Wochen Lösungen gefunden hat. Zumindest personell besitzt er weiterhin nur wenig Spielraum.

Frage 5: Welcher Absteiger bleibt in der Krise?

Nach elf Spieltagen muss kein großer Hehl daraus gemacht werden, dass weder der Karlsruher SC noch die Würzburger Kickers trotz großer Investitionen für den direkten Wiederaufstieg in Frage kommen werden. 15 respektive 17 Punkte Rückstand auf die souverän Führenden sind ein gewaltiges Brett – nichts deutet bei beiden Vereinen auf eine Serie hin. Im direkten Aufeinandertreffen geht es am Samstag zunächst darum, die Krise abzuschütteln. Beide Mannschaften befinden sich auf ihrem Lieblingsterrain, Karlsruhe spielt generell im heimischen Wildpark souverän und Würzburg auswärts. Der mentale Vorteil mag bei den Gästen liegen, die erst kürzlich von Trainer Stephan Schmidt "befreit" wurden – er schaffte es nie, wirklich Konstanz in den Laden zu bringen.

 

 

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