12. August 2017 um 11:46 Uhr

DFB-Pokal: Die größten Überraschungen der Drittligisten

Von
© imago/Eibner

© imago/Eibner

Zehn Drittligisten kämpfen an diesem Wochenende um den Einzug in die zweite DFB-Pokalrunde. Im Vorfeld wirft liga3-online.de einen Blick auf die größten Pokal-Sensationen der Drittliga-Teams seit 2008.

Osnabrück und Offenbach düpieren Borussia Dortmund

2009/2010: VfL Osnabrück

Die Lila-Weißen erlebten in der Saison 2009/2010 ein Pokal-Märchen, das wohl niemand so schnell vergessen wird. In der ersten Runde des Pokals setzte sich der VfL mit 2:1 gegen den damaligen Zweitligisten F.C. Hansa Rostock durch. In der zweiten Runde stand die Mannschaft von Trainer Karsten Baumann dem Hamburger SV gegenüber. Nach 2:0-Führung geriet der Drittligist in der 100. Minute sogar mit 2:3 in Rückstand. Doch Henning Grieneisen traf in der 116. Spielminute zum 3:3-Ausgleich. Das Elfmeterschießen musste die Entscheidung bringen. Der VfL verwandelte alle vier Schüsse – der VfL stand im Achtelfinale. Auch hier sollte die Pokalreise noch nicht beendet sein. Mit Borussia Dortmund gastierte erneut ein Bundesligist, der den Kürzeren zog. Angelo Barletta brachte die Osnabrücker mit zwei Treffern schon im ersten Durchgang mit 2:0 in Front. Nach dem zwischenzeitlichen Anschlusstreffer von Nuri Sahin brachte Benjamin Siegert den VfL erneut mit zwei Toren Unterschied in Führung und somit auf die Siegerstraße. Das 2:3 aus Sicht der Borussen durch Lucas Barrios kam zu spät. Erst im Viertelfinale war für die Lila-Weißen Schluss. Der FC Schalke 04 siegte durch einen Treffer von Kevin Kuranyi mit 1:0.

2010/2011: Kickers Offenbach – Borussia Dortmund: 4:2 (n.E.) 

Nach einem 3:0-Erfolg in der ersten Runde gegen den VfL Bochum standen die Kicker von Trainer Wolfgang Wolf dem Bundesligisten Borussia Dortmund gegenüber. Nach 120 torlosen Minuten musste das Elfmeterschießen die Entscheidung herbeiführen. Während beim OFC Steffen Haas die Nerven versagten, verschossen auf Seiten der Gäste mit Lucas Barrios und Robert Lewandowski gleich zwei Spieler und die Sensation war perfekt.

2010/2011: TuS Koblenz – Hertha BSC: 2:1

Zu Beginn der Pokal-Saison setzte sich die TuS Koblenz mit 1:0 gegen Fortuna Düsseldorf durch. In der zweiten Runde gastierte der Zweitligist und spätere Bundesliga-Aufsteiger Hertha BSC. Durch Treffer von Michael Stahl und Marcus Steegmann gingen die Koblenzer mit 2:0 in Führung. Der Anschlusstreffer durch Adrián Ramos fiel für die Gäste zu spät.

2011/2012: SpVgg Unterhaching – SC Freiburg: 3:2

Im ersten Pokal-Durchgang empfingen die Rand-Münchener den Bundesligisten aus Freiburg und setzten sich zum Schluss mit 3:2 gegen diesen durch. Trotz der frühen Führung für die Gäste durch Cédric Makiadi gab die SpVgg nicht auf und drehte die Partie durch Treffer von Roland Sternisko und Mijo Tunjic. Stefan Reisinger sorgte für den Ausgleich, doch drei Minuten vor dem Abpfiff erzielte Tunjic mit seinem zweiten Elfmetertor des Tages den Siegtreffer.

Karlsruhe schaltet den HSV aus

2011/2012: 1. FC Heidenheim – Werder Bremen: 2:1

Für die zweite Überraschung sorgte der 1. FC Heidenheim, der den SV Werder Bremen mit 2:1 bezwang. Die Mannschaft von der Weser ging durch ein Tor von Markus Rosenberg mit 1:0 in Führung. Christian Sauter und Marc Schnatterer drehten das Spiel jedoch binnen zwei Minuten und brachten den Drittligisten in die nächste Runde. Dort hielt man gegen Borussia Mönchengladbach gut mit, unterlag aber im Elfmeterschießen mit 3:4.

2012/2013: Kickers Offenbach

In dieser Spielzeit stieß der OFC bis ins Viertelfinale vor. In der ersten Runde bezwang die Mannschaft von Trainer Arie van Lent Bundesliga-Aufsteiger Greuther Fürth mit 2:0. Tobias Rathgeber und Lars Bender erzielten die Treffer. Im zweiten Durchgang empfing man Zweitligist Union Berlin. Auch die Köpenicker hatten mit 0:2 das Nachsehen – Mathias Fetsch und Stefan Vogler zeichneten sich für die Tore verantwortlich. Im Achtelfinale gastierte mit Fortuna Düsseldorf ein weiterer Bundesligist, der ebenfalls mit 0:2 unterlag. Mathias Fetsch und Stefan Vogler gelangen die Treffer zur dritten OFC-Überraschung der Pokal-Saison. Erst im Viertelfinale konnten die Offenbacher vom VfL Wolfsburg durch ein 1:2 gestoppt werden.

2012/2013: SC Preußen Münster – SV Werder Bremen: 4:2 (n.V.)

Erneut war es der Bundesligist aus Bremen, der sich in der ersten Runde einem Drittligisten beugen musste. Dabei begann für das Team von Thomas Schaaf alles nach Plan – Eljero Elia erzielte die Führung. Matthew Taylor glich die Partie zwar schnell wieder aus, doch Niclas Füllkrug sorgte kurze Zeit später für die neuerliche Führung der Bremer. Neun Minuten vor dem Abpfiff traf Taylor erneut und brachte das Spiel somit in die Verlängerung. In dieser erzielte Dimitrij Nazarov die 3:2-Führung für den SCP, Taylor setzte mit seinem dritten Tor den Schlusspunkt zum 4:2

2012/2013: Karlsruher SC – Hamburger SV: 4:2

Mit dem Hamburger SV erwischte es auch den Rivalen der Bremer bereits ganz früh. Der HSV unterlag beim Karlsruher SC mit 2:4. Trotz zweimaliger Führung durch Marcus Berg und Maximilian Beister reichte es nicht zum Einzug in die zweite Runde. Koen van der Biezen und Selcuk Alibaz glichen das Spiel jeweils aus, Martin Stoll mit dem 3:2 und Elia Soriano mit dem 4:2 sorgten für die Entscheidung zu Gunsten des Außenseiters. Nachdem der KSC auch die 2. Runde siegreich bestreiten konnte (1:0 gegen Duisburg), war erst im Achtelfinale Endstation (0:1 gegen Freiburg).

Bielefeld im Halbfinale

2013/2014: 1. FC Saarbrücken – SV Werder Bremen: 3:1 (n.V.)

Na klar, die Bremer! Zum dritten Mal in Folge war der DFB-Pokal für die Grün-Weißen nach der ersten Runde beendet – zum dritten Mal war es gegen einen Drittligisten. Die Saarländer gingen durch Nils Fischer in Führung, Sebastian Prödl glich zum 1:1 aus. In der Nachspielzeit konnte der spätere Regionalliga-Absteiger das Spiel für sich entscheiden. Tim Stegerer und Marcel Ziemer sorgten mit ihren Treffern für die große Überraschung.

2013/2014: SV Darmstadt 98 – Borussia Mönchengladbach: 5:4 (n.E.)

Über 120 Minuten hielten die Lilien ihre Weste gegen die Gladbacher blütenrein, daher musste die Entscheidung im Elfmeterschießen fallen. Auf Seiten der Mannschaft von Trainer Dirk Schuster verschoss Dominik Stroh-Engel, beim Bundesligisten vergaben Luuk de Jong und Branimir Hrgota und sorgten somit dafür, dass der spätere Zweitliga-Aufsteiger in die nächste Runde einziehen konnte.

2013/2014: SC Preußen Münster – FC St. Pauli: 1:0

Wie schon in der Vorsaison konnten die Adlerträger die zweite Runde erreichen. Gegen den Zweitligisten aus Hamburg gewann das Team von Pavel Dotchev dank eines Treffers von Matthew Taylor mit 1:0.

2014/2015: Arminia Bielefeld

Die Ostwestfalen feierten in der Saison 2014/15 nicht nur den direkten Wiederaufstieg, sondern erlebten auch ein überaus erfolgreiches Jahr im DFB-Pokal. Nachdem zunächst der SV Sandhausen mit 4:1 besiegt wurde, musste in Runde zwei Bundesligist Hertha BSC im Elfmeterschießen dran glauben. Im Achtelfinale siegte die Meier-Elf gegen Werder Bremen mit 3:1 nach 90 Minuten, im Viertelfinale schaltete die Arminia dann schließlich auch Borussia Mönchengladbach im Elfmeterschießen aus – die Alm glich einem Tollhaus. Erst im Halbfinale endete der Weg der Bielefelder. 0:4 hieß es gegen den späteren Titelgewinner VfL Wolfsburg.

Wahnsinn in Chemnitz

2014/15: Dynamo Dresden – FC Schalke 04: 2:1

Nur knapp drei Monate nach dem bitteren Abstieg aus der 2. Bundesliga erlebte Dynamo Dresden im August 2014 ein echtes Pokalmärchen. Gegen Bundesligist Schalke 04 lag die SGD nach Toren von Justin Eilers und Nils Teixeria bereits nach 50 Minuten mit 2:0 in Führung, der Favorit meldete sich erst in der 78. Minute noch einmal zurück. Das Tor von Joel Matip kam jedoch zu spät, es blieb beim vielumjubelten Sieg der SG Dynamo Dresden. Doch damit war die Pokal-Saison für die Elf von Trainer Stefan Böger noch lange nicht beendet: In der 2. Runde gewann Dynamo mit 2:1 nach Verlängerung gegen den VfL Bochum und zog ins Achtelfinale ein. Erst dort war nach einem kämpferischen Auftritt gegen Borussia Dortmund Endstation (0:2).

2014/15: Chemnitzer FC – FSV Mainz 05: 10:9 (n.E.)

Wenn die Fans des Chemnitzer FC ein Spiel wohl niemals vergessen werden, dann ist es das Pokal-Duell gegen Mainz 05 – was für ein sensationelles und verrücktes Spiel! Der Bundesligist lag bereits nach 49 Minuten mit 2:0 in Führung, doch nur Augenblicke später glich der CFC durch einen Doppelpack von Anton Fink aus. In Minute 73 stellte Mainz die Führung wieder her, ein Last-Minute-Eigentor von Niko Bungert sorgte für die Verlängerung – der Wahnsinn nahm seinen Lauf. Erst köpfte Markus Ziereis den CFC nach 103 Minuten in Führung, dann glich Bungert wenig später wieder aus – 4:4. In der 119. Minute verwandelte sich das Stadion an der Gellertstraße in ein Tollhaus, als Kehl-Gomez zum 5:4 für Chemnitz traf. Doch auch Mainz hatte noch einen: In der zweiten Minute der Nachspielzeit netzte Johannes Geis aus über 40 Metern zum 5:5 ein! Es ging ins Elfmeterschießen. Dort war es letztlich Anton Fink, der die Sachsen zum 10:9-Sieg schoss. Was für ein Wahnsinn!

2015/16: Erzgebirge Aue – Eintracht Frankfurt: 1:0

Als einziger Drittligist überstand Zweitliga-Absteiger Aue mit einem 1:0-Sieg über Zweitligist Greuther Fürth in der letzten Saison die erste Runde. Und auch in der darauffolgenden Partie gegen Bundesligist Eintracht Frankfurt war noch nicht Schluss. Nach einem Tor von Max Wegner siegten die Veilchen erneut mit 1:0 und zogen in das Achtelfinale ein. Dort war dann gegen Heidenheim Endstation (0:2).

2016/17: Sportfreunde Lotte

Es war mehr als bemerkenswert, wie die Sportfreunde Lotte in der Saison 2016/17 im DFB-Pokal aufgetreten sind. Zunächst empfing das Team von Trainer Ismail Atalan den SV Werder Bremen, der innerhalb der regulären Spielzeit mit 2:1 in die Knie gezwungen wurde. Bereits nach acht Minuten waren die Sportfreunde in Führung gegangen, den Siegtreffer erzielte André Dej nach 54 Minuten. Auch in der zweiten Runde musste mit Bayer Leverkusen ein Bundesligist dran glauben! Nach einem tollen Fight kämpfte sich Lotte zunächst in die Verlängerung, wo nach dem Führungstreffer der Werkself in der 95. Minute schon alles auf eine Niederlage hindeutete, zumal die SFL zu diesem Zeitpunkt bereits in Unterzahl agierten. Doch Lotte raffte sich noch einmal auf und erzielte in der ersten Minute der Nachspielzeit den Ausgleich – was für ein Wahnsinn! Im anschließenden Elfmeterschießen avancierte Luka Tankulic zum Siegtorschützen. Besonders bemerkenswert: Matthias Rahn zog sich kurz vor Abpfiff einen Kreuzbandriss zu, spielte aber trotzdem weiter. Und auch im anschließenden Achtelfinale war für Lotte noch nicht Endstation, Zweitligist 1860 München wurde mit 2:0 besiegt. Erst als es im darauffolgenden Viertelfinale zum Duell mit dem späteren Pokalsieger Borussia Dortmund kam, hatte der sensationelle Lauf des Aufsteigers ein Ende. Kurios: Die Partie musste in Osnabrück ausgetragen werden, nachdem die Partie in Lotte kurz vor Anpfiff aufgrund des unbespielbaren Rasens kurzfristig abgesagt werden musste.

 

.

Send this to friend