9. August 2017 um 14:20 Uhr

DFB ändert Urteil: Hansa in Magdeburg und Jena ohne Fans

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© imago/foto2press

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Nachdem der F.C. Hansa Rostock gegen ein am 13. Juli verhängtes Urteil des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) Einspruch eingelegt hatte, ist es nun zu einer mündlichen Verhandlung vor dem Sportgericht gekommen – das Ergebnis: Statt des zunächst verhängten Zuschauer-Teilausschlusses bei einem Heimspiel muss Hansa nun die Auswärtsspiele in Magdeburg (9. September) und Jena (Mitte Oktober) ohne eigene Fans austragen. 

DFB: Urteil ist "sinnvoll und angemessen"

Darüber hinaus wurde der Komplett-Ausschluss bei zwei weiteren Auswärtsspielen bis zum Saisonende auf Bewährung ausgesetzt. Das heißt: Kommt es bis zum 30. Juni 2018 zu einem schwerwiegenden Wiederholungsfall, muss die Kogge bei zwei weiteren Partien in fremden Stadien ohne Fans antreten. Bei allen Spielen, die ohne Hansa-Anhänger stattfinden, muss die Kogge dem jeweiligen Heimverein das komplette Kontingent an Auswärtstickets abnehmen und ihm den "übrigen Mehraufwand ersetzen", wie es in einer DFB-Mitteilung heißt. Darüber hinaus darf Hansa Rostock Eintrittskarten zu ausgewählten Auswärtsspielen in der Saison 2017/18 nur online, personalisiert und an Vereinsmitglieder verkaufen.

Stephan Oberholz, der die Verhandlung vor dem Sportgericht leitete, bezeichnete das Urteil als "sinnvoll und angemessen." Die Begründung: "Die Sanktionen sind gemünzt speziell auf Auswärtsspiele, sie setzen damit dort an, wo das Problem gelegen hat. Für die 3. Liga betreten wir damit ein Stück weit Neuland." Die bereits am 13. Juni ausgesprochene Geldstrafe in Höhe von 12.000 Euro bleibt unterdessen bestehen. In der Strafentabelle der Saison 2016/17 belegt Hansa damit den dritten Rang.

Diverse Vorfälle geahndet – Hansa akzeptiert Urteil

Hintergrund der empfindlichen Strafe sind die Vorkommnisse bei den Spielen in Lotte (11. März), Zwickau (20. März), Osnabrück (2. April), Mainz (9. April), Kiel (6. Mai) und Chemnitz (20. Mai). Bestraft wurde der Einsatz von Pyrotechnik in Lotte und Zwickau, das Zerstören beziehungsweise Anzünden der Toilettenanlagen während der Begegnungen in Zwickau, Osnabrück, Mainz, Kiel und Chemnitz, das Verbrennen gegnerischer Fanartikel und die Belagerung des Dachs einer Verkaufsstelle in Zwickau, das Werfen zweier Glasflaschen und eines kleinen Steins in Richtung der Sicherheitskräfte in Osnabrück, das Angreifen und Verletzen dreier Ordner in Mainz und das Zeigen von Bannern mit unsportlichem Inhalt in Chemnitz. Der F.C. Hansa hat das Urteil akzeptiert, es ist damit rechtskräftig.

In einer Mitteilung betitelte Vorstandsvorsitzender Robert Marien das Strafmaß als "sehr hart", warnte aber davor, sich nun auf den DFB einzuschießen: "Es ist vollkommen unstrittig, dass Fehlverhalten unserer Fans vorgelegen hat und dies auch eine Strafe nach sich ziehen würde. Zumal es sich bei den Verfehlungen anscheinend um ein vollkommen grundloses Bedürfnis nach Vandalismus handelt!" Anders, so Marien weiter, sei es nicht zu erklären, "dass in gewisser Regelmäßigkeit sanitäre Anlagen zerstört und in Brand gesetzt werden." Bei allem Ärger über eine erneute Verurteilung durch den DFB dürfe man daher nie Ursache und Wirkung vergessen, macht der Vorstandsvorsitzende klar.

 

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  • Maximilian Rotter

    Wie kann man gegen das Urteil vorgehen?
    Unterschriften sammeln?
    Was kann man dagegen tun?
    Ja die Fans haben…. Gebaut, aber warum muss der Verein wieder so zur Kasse gebeten werden?
    Vom Fußball mal abgesehen!
    In der 1.Bundesliga passieren genau die gleichen Vorkommnisse aber da wird wie immer darüber hinweg gesehen. (oder genug Gelder fließen)
    Ich finde die Strafe nicht gerechtfertigt!
    Warum werden tausende von Euros ausgegeben für die Sicherheit beim Fußball?
    Die Sicherheitskräfte müßten da für grade stehen weil sie nicht richtig kontrollieren!
    Oder wie kommen denn sonst die ganzen bengalows ins Stadion???

  • Martin

    Sehr konsequent, dass der DFB nicht zwei aufeinanderfolgende Auswärtsspiele nimmt, da geben die sich nicht mal Mühe die Willkürlichkeit zu verschleiern mit der die Strafe ausgesprochen wird. Wurde da der Spieltag ausgewürfelt an dem gesperrt wird? Oder welche Faktoren haben da eine Rolle gespielt? Für den Gastgebenden Verein natürlich ein Geschenk, kein Support für den Gast, dazu geringere Kosten bei voller Höhe der Einnahmen, prima!

  • PeterPlys

    Lieber DFB, ihr zerstört immer mehr den Fußball und die Fankultur !
    Natürlich muss es Strafen geben. Aber keine Kollektivstrafen, die die Stimmung im Stadion zerstören. Das Spiel Rostocks in Magdeburg ist stimmungstechnisch das Highlight des Jahres in der 3. Liga.
    Die Fans des 1. FC Magdeburg werden es nicht hinnehmen, dass dieses Spiel ohne Gästefans stattfindet !

    • ChristianMD

      Bin ebenfalls entsetzt! Die Hansa-Fans waren letztes Jahr cool drauf gewesen.

  • charly

    Ich vermute das der Überfall auf einige Meppen Anhänger in Rostock indirekt mit eingeflossen ist. Nette Strafe. Das Heimteam freut sich.

  • charly

    Ich vermute das der Überfall auf einige Meppen Anhänger in Rostock indirekt mit eingeflossen sind.
    Nette Strafe und der Gegner wird belohnt.

  • Sven Schimansky

    Lies nochmal ;)

  • djurgarden

    Nun werden also willkürliche herausgegriffene gastgebene Klubs für Rostocker Randalen finanziell bestraft. Das setzt wahrhaftig neue Maßstäbe.

    • Fat Tony

      Rostock muss gesamtes Gästekontingent der Gastgeber kaufen!

    • Phillip

      Falsch. Diese beiden Vereine werden sogar noch damit belohnt, weil sie alle Gästekarten absetzen können für dieses Spiel…

      • Fat Tony

        Die hätte Hansa aber auch so in Anspruch genommen ;-)

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