11. Oktober 2017 um 14:03 Uhr

Das Transfer-Zeugnis für die 3. Liga – Teil 3

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© imago/foto2press

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Elf Spieltage sind absolviert, die Startformationen haben sich bei sämtlichen Drittligisten mittlerweile gefunden. Es ist an der Zeit, die Transferbemühungen der Clubs zu bewerten. Wer hat im Sommer goldene Griffe getätigt, wer hat den schwarzen Peter gezogen und wer konnte teils namhafte Abgänge kompensieren? Im dritten Teil blicken wir auf die unteren Plätze der letztjährigen Tabelle.

Vor einigen Monaten nach einer katastrophalen Rückrunde noch fast abgestiegen, heute ein Aufstiegskandidat. Was ist mit Fortuna Köln passiert? Nein, sie haben keine Millionen investiert. Viele kamen aus der Regionalliga, mit Manuel Farrona Pulido wurde nur ein etablierter Drittliga-Kicker verpflichtet. Aber das Gesamtpaket passt wie die Faust aufs Auge – und die Ergebnisse lassen sich sehen.

Überzeugt haben: Daniel Keita-Ruel, der nach fast vier Jahren in Haft seine zweite Chance mit jeder Faser des Körpers nutzen will. Als Stürmer steuerte er bislang sechs Torbeteiligungen bei. Auch Farrona Pulido nimmt jene Führungsrolle ein, die ihm zuvor in Magdeburg verwehrt blieb. Die unerfahrenen Robin Scheu und Nico Brandenburger haben nicht nur Stammplätze inne, sondern auch wichtige Tore erzielt. Dominik Ernst ist rechts hinten ebenfalls gesetzt.

Nicht überzeugt hat: Niemand. Nicht jeder spielt Stamm, aber keiner ist gemessen an den Erwartungen als Enttäuschung zu kennzeichnen.

Note: 1

 

Als Profi-Reserve erfährt Werder Bremens zweite Mannschaft jährlich eine andere Form der Fluktuation als die ersten Mannschaften in der 3. Liga. Daher wird diese Mannschaft nicht bewertet. Hervorzuheben ist sicherlich Idrissa Touré, der von Schalke 04 II an die Weser wechselte und seitdem im Mittelfeld durch starke Physis überzeugt. Auch Dennis Rosin, vom FC St. Pauli gekommen, spielt regelmäßig. Marco Kaffenberger hat hingegen noch keine Chancen erhalten.

 

Was Fortuna Köln mit seinen Mitteln erreicht hat, das kann nahezu nahtlos auf den SC Paderborn übertragen werden – vielleicht aber mit einem Sonderlob für Markus Krösche, der in wenigen Monaten einen völlig fehlgeleiteten Laden sportlich umgekrempelt hat und ein perfektes Ergebnis vorliegen hat. Das Resultat ist die Tabellenführung nach elf Spieltagen. Ein gewaltiger Abstand zum Mittelfeld. Und eine mehr als realistische Chance, nächstes Jahr in großen Stadien spielen zu dürfen.

Überzeugt haben: Dennis Srbeny mit dickem Ausrufezeichen. Fünf Tore und zehn Scorerpunkte – das ist für nahezu jeden Akteur nach Saisonende eine gute Bilanz. Er schaffte das Kunststück in zehn Spielen. Christopher Antwi-Adjej ist Wirbelwind, auch wenn ihm kurioserweise noch jeglicher Scorerpunkt fehlt. Auch hinter Massih Wassey und Leopold Zingerle können dicke grüne Haken gesetzt werden. Und selbst Leihgabe Marlon Ritter hat sein großes Talent schon angedeutet.

Nicht überzeugt haben: Nicht jeder Spieler konnte einschlagen, enttäuscht hat aber – gemessen an den Erwartungen – niemand. Selbst Jamilu Collins, der kaum Deutsch spricht, überzeugte bei seinem ersten Drittliga-Einsatz gegen Zwickau und bereitete den Führungstreffer vor.

Note: 1

 

Mit einigen cleveren Transfers hat es der SV Meppen schnell geschafft, genug Erfahrung für die 3. Liga zusammen zu stellen und einen mehr als zufriedenstellenden Saisonstart zu absolvieren. Trainer Christian Neidhart kann mit guter Miene auf die Kaderplanung schauen – schließlich wurde an entscheidenden Baustellen gefeilt.

Überzeugt haben: Nico Granatowski, in Lotte noch aussortiert, glänzt als emsiger Arbeiter auf dem Flügel und Torgefahr. Sein bislang wichtigster Moment wurde der 1:0-Treffer zum Derbysieg über Osnabrück. Mit Torhüter Erik Domaschke und Defensivmann Steffen Puttkammer haben sich zwei weitere "Aussortierte" als Stammspieler im Emsland zurück in den Blickpunkt befördert.

Nicht überzeugt haben: Neben einigen absoluten Perspektivtransfers ist Haris Hyseni, aus Regensburg ausgeliehen, bisher ein Transferflop. Er ist torlos aus den ersten Monaten hervorgegangen und muss sich klar hinter Benjamin Girth anstellen.

Note: 2

 

Nach einer bombastischen Regionalliga-Spielzeit hatte die SpVgg Unterhaching grundsätzlich kaum einen Anlass, das Team umzukrempeln. So wurden nur vier externe Neue verpflichtet. Bereut hat das im tiefsten Bayern bislang noch niemand, schließlich sind die Hachinger aktuell Fünfter und überzeugen mit technisch anspruchsvollem und daher sehr ansehnlichem Fußball.

Überzeugt hat: Thomas Hagn, der als grundsolider Flügelspieler zuletzt regelmäßig gesetzt war und in Erfurt sowie in Würzburg zwei wichtige Tore erzielte, die zur beachtlichen Mini-Serie von drei Siegen in Folge führten.

Nicht überzeugt hat: Hamburg-Leihgabe Finn Porath sollte das offensive Mittelfeld verstärken, kam bislang aber nur in einem Spiel von Beginn an zum Zuge. Dieses ging zu allem Überfluss auch noch mit 1:4 gegen Sonnenhof Großaspach in die Hose. Torhüter Lukas Königshofer musste sich bislang klar hinter Korbinian Müller anstellen.

Note: 3

 

Zu guter Letzt wird Carl Zeiss Jena bewertet. Auch das ist gar nicht mal so leicht, sind die Thüringer für einen Aufsteiger doch ziemlich schwach aus den Startlöchern gekommen – aktuell belegen sie einen Abstiegsrang. Dabei spielen eine ganze Menge Neuzugänge eine wichtige Rolle in den Gedanken von Trainer Mark Zimmermann. Die meisten bringen aber noch keine konstanten Leistungen.

Überzeugt haben: Jan Löhmannsröben, dem von Anfang an eine Schlüsselrolle zugetraut wurde. Er kam bislang in jedem Spiel zum Einsatz, fiel nur zu Beginn etwas ab. Julian Günther-Schmidt belebt derweil das Offensivspiel beträchtlich. Auf Dauer könnte er mit einem gesunden Timmy Thiele ein gefährliches Sturmduo bilden. Auch Marius Grösch wusste in der Defensive einige Male zu gefallen.

Nicht überzeugt haben: Florian Brügmann, der als eigentlich drittligaerfahrener Spieler einen sehr unauffälligen Auftakt beim neuen Club erwischte. Auf das große Debüt von Rückkehrer Kevin Pannewitz wird hingegen noch gewartet.

Note: 3

 

 

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