12. Januar 2018 um 10:00 Uhr

Das sind die Newcomer der Hinrunde

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Viele Akteure haben in der Hinrunde der 3. Liga der Staffel ihren Stempel aufgedrückt. Altbekannte Kicker wirbelten neben vielversprechenden Neuentdeckungen. Wir haben die besten Newcomer der Hinrunde einmal in loser Reihenfolge aufgelistet.

Dass Srbeny kicken kann, zeigte er schon beim Nordost-Regionalligisten BFC Dynamo, doch dass der 23-Jährige dermaßen beim SC Paderborn einschlagen würde, damit war nicht unbedingt zu rechnen. Spielte Srbeny, dann verlor der SCP nicht ein einziges Match. In 14 Drittligaspielen erzielte der Stürmer acht Treffer und bereitete elf weitere vor. Zusammen mit seinem Sturmpartner Sven Michel führt der Weg des gebürtigen Berliners weiter steil nach oben.

 

Endlich ist die Fortuna nicht mehr nur von Hamdi Dahmani abhängig. Keita-Ruel stellte seinen Mannschaftskollegen mit acht Toren zeitweilig gar in den Schatten. Der Neuzugang aus Wattenscheid scheint die zweite Chance auf den Profifußball nun endlich ergreifen zu wollen, nachdem der heute 28-Jährige vor wenigen Jahren eine Haftstrafe wegen drei bewaffneter Raubüberfälle antreten musste.

 

Der 20-Jährige ist die Entdeckung beim Halleschen FC in dieser Saison. Erst vertrat er die etatmäßige Nummer eins Oliver Schnitzler, um sie nur wenige Wochen später nach deren Rot-Sperre vollständig zu verdrängen. Besonders in Erinnerung blieb der gebürtige Dessauer durch seinen 1:1-Ausgleichstreffer in der Nachspielzeit in Erfurt, wo er im gleichen Spiel auch noch einen Strafstoß der Thüringer entschärfte. Müller blieb in vier Spielen ohne Gegentreffer und hatte entscheidenden Anteil daran, dass die Rot-Weißen sich aus der Abstiegszone arbeiten konnten.

 

Ungewiss war die sportliche Perspektive Diawusies beim SV Wehen Wiesbaden, schließlich kannte der Leihspieler von RB Leipzig den Männerfußball zuvor nur aus drei Regionalliga-Begegnungen mit der Reserve der Sachsen. Doch der 19-Jährige war zuletzt nicht mehr aus der Anfangself des Tabellendritten wegzudenken. Dies zeigen auch die sieben Torvorlagen, die Diawusie nach 17 Begegnungen aufweisen kann.

 

In den beiden Vorjahren stellte sich Rother mit der Bremer Reserve schon erfolgreich dem Abstiegskampf in der 3. Liga. Doch wie sollte seine Rolle nach dem Wechsel nach Magdeburg in einem etatmäßigen Männerteam aussehen? Der 21-jährige Mittelfeldspieler knüpfte nahtlos an seine Bremer Zeit an. 19 Mal lief er für die Blau-Weißen auf, alle Spiele bestritt er von Anfang an. Den Stammplatz im defensiven Mittelfeld von Trainer Jens Härtel hat Rother erfolgreich gegen die routinierte Konkurrenz um Dennis Erdmann und Marius Sowislo verteidigt.

 

Zugegeben: Eine wahre Neuentdeckung ist Ritter nicht unbedingt, zeigte sich der Stürmer doch bereits in der letzten Saison im Dress von Fortuna Düsseldorf in fünf Zweitliga-Begegnungen. Doch erst in Paderborn gelang dem 23-Jährigen der Durchbruch im Männerfußball. Bis zum Saisonende vom Rhein ausgeliehen, erzielte Ritter in 13 Spielen fünf Tore. Als Torschützenkönig der Regionalliga West aus der Saison 2015/16, in der er für die Reserve Mönchengladbachs satte 24 Treffer schoss, will Ritter mit Paderborn zurück in die 2. Bundesliga.

 

Der 22-Jährige ist ein alter Weggefährte Marlon Ritters, spielte er doch mit ihm zu Regionalliga-Zeiten bei der Gladbacher Reserve. Vom Niederrhein zog es Brandenburger in die Domstadt, wo er sich einen Stammplatz im defensiven Mittelfeld erkämpfte. Gleich 17 Mal beorderte Cheftrainer Uwe Koschinat den gebürtigen Berliner in die Startelf, wo er mit zwei Saisontoren auch seine Offensivkünste unter Beweis stellen konnte. Ohne Frage ist Nico Brandenburger in der Zentrale neben Routinier Maik Kegel nicht mehr wegzudenken.

 

Trainer Pavel Dotchev bewies abermals ein gutes Händchen, als er Henning von der Herthaner Reserve an die Ostseeküste lotste. Der 22-Jährige lief seitdem in 18 Drittligaspielen für Hansa auf, 16 Mal von der ersten Minute an. Im defensiven Mittelfeld ist er für den FCH momentan neben Routinier Amaury Bischoff sehr wertvoll. Zudem deutete er nebenbei seine Torgefahr (zwei Saisontreffer) an. Neben den Neuzugängen Hüsing und Hilßner ist der Berliner eines der positiven Ausrufezeichen dieses Hansa-Halbjahres.

 

Welchen Weg hätte die sportliche Entwicklung von Klaas genommen, wenn Daniel Thioune nicht Cheftrainer beim VfL Osnabrück geworden wäre? Nachdem der 19-Jährige unter Joe Enochs in dieser Saison nicht einmal zum Einsatz kam, warf ihn sein alter Jugendcoach Thioune gleich sechs Mal ins kalte Wasser der Startelf. Klaas dankte es mit einem Treffer und zwei Vorlagen in sieben Einsätzen. Nachdem der Youngster in der vergangenen Saison bereits sein Drittliga-Debüt geben konnte, scheint er nun zu einer echten Belebung im Osnabrücker Offensivspiel gereift.

 

Welche Verstärkung sich die Paderborner mit dem allerorts nur "Jimmy" genannten Antwi-Adjej ins Boot holten, wussten sie wirklich erst, als er im Sommer in den eigenen Reihen dribbelte. Das Potenzial deutete der 23-Jährige in der Vorsaison beim Regionalliga-Aufsteiger TSG Sprockhövel zwar schon an, doch der Sprung in die Spitze der 3. Liga glich dann einer faustdicken Überraschung. 18 Mal wirbelte der gebürtige Hagener auf den Außenbahnen des momentanen Tabellenzweiten. Baut er seine Vorlagen-Qualitäten (ein Assist) noch aus, wird die SCP-Offensive noch gefährlicher.

 

Wie rigoros die Umstellung von Regionalliga auf 3. Liga ist, musste Lukas Scherff zu Beginn dieser Spielzeit erfahren. Der Neuzugang aus Schönberg musste sich auf der linken Außenbahn hinter Marcel Hilßner und Mounir Bouziane anstellen. Im weiteren Hinrundenverlauf schenkte Cheftrainer Pavel Dotchev dem 21-Jährigen aber immer öfter das Vertrauen. Mit drei Torvorbereitungen machte der gebürtige Schweriner zuletzt auf sich aufmerksam. In den letzten drei Begegnungen startete Scherff immer von Beginn an.

 

Das Karlsruher Eigengewächs startete durch den Abstieg der Badener erst so richtig durch. Stand die Einwechslung am 34. Spieltag der vergangenen Saison beim bereits feststehenden Absteiger noch unter der Marke Schnupperkurs, so unterstreicht der 19-Jährige seine Ambitionen in dieser Spielzeit deutlich. Trotz seines Alters stand Muslija 15 Mal in der Startelf und ist im offensiven Mittelfeld praktisch auf jeder Position einsetzbar. Steigert er seine Angriffsqualitäten (drei Torvorlagen), ist er für Trainer Alois Schwartz unverzichtbar.

 

Die Presse nannte ihn unlängst den "Mini-Gattuso" und gemäß dem italienischen Abbild kämpfte sich der 22-Jährige in die Startelf des Zweitliga-Absteigers. Hatte er bis zum siebten Spieltag noch keinen Einsatz von Anfang an zu verzeichnen, so stand er seit Mitte September immer beim Anpfiff auf dem Feld. Beim 2:0-Sieg gegen Paderborn machte Mehlem mit seinem Treffer den Deckel auf die Partie. Wie es sich für einen "Mini-Gattuso" gehört, verpasste der defensive Mittelfeldspieler das letzte Hinrundenspiel aufgrund einer Gelbsperre.

 

Manus Premiere beim Halleschen FC begann mit einem Paukenschlag. Schließlich krönte er seine starke Leistung am ersten Spieltag gegen den SC Paderborn mit dem Treffer zum abschließenden 4:4. In der Folge zeigte der 20-Jährige schwankende Leistungen, die in seinem Alter normale Begleiterscheinungen sind. So fiel er erst durch eine Rotsperre drei Spiele aus, erzielte aber beim 2:1 in Bremen den entscheidenden Treffer kurz vor Schluss. Der Neuzugang von der Braunschweiger Reserve hat bewiesen, dass er ein belebendes Element in der rot-weißen Angriffsreihe sein kann.

 

Cros ist der Akteur der Thüringer, der beständig über den gesamten Hinrundenverlauf seine Leistungen abrufen konnte. Der 2016 aus der französischen Ligue 2 an die Kernberge gestoßene Linksverteidiger schaffte mit dem FC Carl Zeiss erst im Sommer den Aufstieg und behielt auch seinen Stammplatz in der neuen Staffel. Nach 17 Einsätzen stehen für den 22-jährigen Franzosen zwei Torvorlagen zu Buche. Nicht ohne Grund gab es zuletzt Interesse von mehreren höherklassigen Vereinen.

 

Aus der Not eine Tugend machen muss das Credo für den FC Rot-Weiß Erfurt im weiteren Saisonverlauf sein. Helfen kann dabei ein Youngster, der vor seinem Drittliga-Debüt erst vier A-Junioren-Bundesligaspiele auf dem Buckel hatte. Der 19-Jährige Lion Lauberbach lief mittlerweile elfmal für die Thüringer auf, davon in fünf Einsätzen von Anfang an.

 

Wie würde sich der Torhüter nach der für ihn durchwachsenen Vorsaison bei Preußen Münster mit nur drei Einsätzen bei Zweitliga-Absteiger Würzburg schlagen? Die Mainfranken ließen keinen Zweifel, dass sie Routinier Wolfgang Hesl die Position zwischen den Pfosten anvertrauen würden. Als die Erfolge jedoch ausblieben, stellte Trainer Michael Schiele Drewes in den Kasten. In den verbleibenden sieben Spielen holten die Kickers sechs Siege mit dem in der Wolfsburger Jugend ausgebildeten Keeper. Drewes blieb dabei dreimal ohne Gegentor.

 

Aus dem hohen Norden in den Süden der 3. Liga. Die Spielvereinigung Unterhaching erkannte das Talent des 20-Jährigen und lieh Finn Porath für gleich zwei Jahre vom Hamburger SV aus. Dort schnupperte der Mittelfeldmann in den letzten Jahren am Profifußball, sollte den Sprung in den Männerfußball allerdings erst nachhaltig vor den Toren Münchens meistern. In 13 Einsätzen baute Trainer Claus Schromm auf den gebürtigen Lübecker, der auf den Außenbahnen des Aufsteigers flexibel einsetzbar ist.

 

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