15. Januar 2016 um 17:09 Uhr

Daniel Frahn im Interview: "Mit Unmut muss ich rechnen"

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© imago/Hübner

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Stürmer Daniel Frahn, Winter-Neuzugang des Chemnitzer FC, spricht im Interview mit liga3-online.de über seine ersten Tage in Himmelblau, seine Rolle in der Mannschaft, seine Leipziger Vergangenheit und erklärt, was in dieser Saison noch möglich ist.

Hintergrund: Daniel Frahn kam in der Winterpause vom Zweitligisten 1. FC Heidenheim nach Chemnitz. Für die Schwaben bestritt der 28-Jährigen in dieser Spielzeit 10 Ligapartien, in denen ihm ein Treffer gelang. Zuvor stand der gebürtige Potsdamer lange Jahre in Diensten von RB Leipzig (154 Spiele/88 Tore) sowie dem SV Babelsberg 03 (89 Spiele/45 Tore).

liga3-online.de: Herr Frahn, Sie stehen seit dem 5. Januar in Diensten des CFC. Welchen Eindruck haben Sie von der Mannschaft bisher gewinnen können?

Daniel Frahn: Die Mannschaft hat mich sehr gut aufgenommen, es macht richtig viel Spaß mit den Jungs. Das Trainingslager hat geholfen, schnell zusammenzufinden und sich besser kennenzulernen. Nur auf dem Platz gibt es hier und da noch Abstimmungsprobleme, aber das ist ganz normal und wird sich mit jeder Trainingseinheit bessern.

Sie haben sich also schon ganz gut eingelebt?

Was die Mannschaft anbelangt, ja. Von der Stadt habe ich hingegen noch nicht viel mitbekommen, denn dazu fehlte bisher einfach die Zeit. Am Donnerstag bin ich erstmals in der Chemnitzer Innenstadt gewesen und habe kurz was zu Mittag gegessen.

Zeit für die Wohnungssuche ist also noch nicht gewesen?

Bisher nicht, denn wir sind erst am Dienstag aus dem Trainingslager zurückgekehrt. Nachdem wir donnerstags eine doppelte Trainingseinheit absolviert haben, werde ich erst am Freitag dazu kommen, mich intensiver mit der Wohnungssuche zu befassen. Schließlich wollen meine Frau und ich gemeinsam mit unserem Hund so schnell wie möglich eine Wohnung beziehen.

Erst dann fühlt man sich so richtig heimisch …

Auf jeden Fall. Ich habe mich auch gefreut, dass der Wechsel nach Chemnitz zustande gekommen ist, da ich mich im Osten pudelwohl fühle. Nun bin ich auch wieder näher an meine Heimat gerückt.

War diese Nähe zur Heimat auch der Grund, sich für ein Engagement beim CFC zu entscheiden? Immerhin hatten Sie ein durchaus lukratives Angebot aus China vorliegen!

Das stimmt. Als Profifußballer erlebt man allerhand Kurioses. So hatte ich in diesem Winter ein Angebot aus Shanghai vorliegen, was zumindest finanziell sehr interessant gewesen wäre.

Warum haben Sie sich gegen dieses Angebot aus dem Reich der Mitte entschieden?

Weil es mir wichtiger gewesen ist, wieder Spaß am Fußball zu haben und Erfolge zu feiern. Nur um den Geldbeutel aufzufüllen ein Jahr nach China zu gehen, stand für mich daher nicht zur Debatte.

Auch aus Deutschland haben Sie Angebote vorliegen gehabt. Wieso haben Sie sich ausgerechnet für den CFC entschieden?

Trainer Karsten Heine kenne ich bereits seit mehreren Jahren. In der Vergangenheit hat er sich stets darum bemüht, mich nach Chemnitz zu lotsen. Obwohl ich mich zuvor zweimal gegen einen Wechsel zum CFC entschieden hatte, sind wir in Kontakt geblieben. Die Gespräche mit ihm sowie das weitere Bemühen von Sportdirektor Stephan Beutel und Präsident Dr. Mathias Hänel haben mir imponiert und mich in meiner Entscheidung letztendlich bestätigt.

Sie und Karsten Heine sind beides "Preußen", denen man einen direkten Ton und klare Worte nachsagt. Einer erfolgreichen Zusammenarbeit dürfte also nichts im Wege stehen!

Über eine gute Zusammenarbeit würde sich jeder freuen! Grundsätzlich sage ich immer offen und ehrlich meine Meinung und vertrete dass, was ich sage. Mit meinen bisherigen Trainern bin dabei immer gut zurechtgekommen.

Klare Ansagen sind vor allem von Führungsspielern gefordert. In Leipzig waren Sie nicht nur Toptorjäger, sondern auch Mannschaftskapitän. Trauen Sie es sich zu, eine ähnliche Führungsrolle bei den Himmelblauen einzunehmen?

So etwas kann man im Vorfeld nicht durch ein paar Sprüche herbeiführen. Vielmehr kann ich nur durch Leistung eine solche Rolle ausfüllen. Aber natürlich möchte ich mit 28 Jahren vorneweg gehen und den jungen Spielern im Team helfen.

Welche Ziele verfolgen Sie mit dem CFC. Ihr Engagement ist mit einer Vertragslaufzeit bis 2019 immerhin auf eine langfristige Entwicklung ausgelegt!

Kurzfristig müssen wir versuchen unten rauszukommen und Abstand von den Abstiegsrängen nehmen. Was nach oben möglich ist, wird sich zeigen. Da es aber sehr eng zugeht, ist noch nichts entschieden! Zudem möchte ich schnell an meine bisherige Erfolgsquote in der 3. Liga anknüpfen und dem Verein mit Toren weiterhelfen. Was meine langfristigen Ziele anbelangt, möchte ich schon noch einmal in der 2. Bundesliga spielen.

Haben Sie Bedenken, dass Ihnen aufgrund ihrer Vergangenheit bei RB Leipzig nicht alle Fans auf Anhieb Wohl gesonnen sein könnten?

Egal ob ich nach Chemnitz, zu einem anderen sächsischen Verein oder sonst einem Verein in Deutschland gewechselt wäre. Mit Unmut aufgrund meiner Leipziger Vergangenheit müsste ich wohl rechnen. Umso wichtiger ist es mir, durch Leistung zu überzeugen und die Kritiker für mich zu gewinnen.

 

 

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