13. Januar 2016 um 19:22 Uhr

Christian Hock im Interview: "Können nicht zufrieden sein"

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© imago/Hübner

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Im Interview mit liga3-online.de spricht Wiesbaden-Sportdirektor Christian Hock über den bisherigen Saisonverlauf, die weiteren Personalplanungen und erklärt, warum es im neuen Jahr sportlich besser laufen wird.

Hintergrund: Der 45-Jährige ist seit Mai 2015 bei den Hessen als Sportdirektor tätig. Trotzdem ist er im Verein ein alter Bekannter. Vor seiner Ernennung zum Sportdirektor war er Leiter des Nachwuchsleistungszentrums und Trainer der U19. Bereits von 2006 bis Ende 2008 war er für den SVWW als Cheftrainer tätig. Unter ihm gelang im Jahr 2007 der Aufstieg in die 2. Bundesliga.

liga3-online.de: Herr Hock, zur Winterpause belegt der SV Wehen Wiesbaden mit 26 Punkten Tabellenplatz 12. Die Ziele und Erwartungen vor der Saison waren ja andere, als der jetzige Tabellenstand. Wie fällt Ihr Fazit zum bisherigen Saisonverlauf aus?

Christian Hock: Nach dem holprigen Saisonstart haben wir uns in den letzten zehn bis zwölf Spielen stabilisiert. Trotzdem haben wir vor allem in den Auswärtsspielen zu viele Punkte liegengelassen, weswegen wir mit der Punkteausbeute insgesamt und der Platzierung nicht zufrieden sein können.

Worin sehen Sie die Gründe für das aktuelle Abschneiden? Müssen die Saisonziele möglicherweise neu formuliert werden?

Für den holprigen Saisonstart war mit Sicherheit die hohe Anzahl an Zu- und Abgängen verantwortlich. Außerdem ist uns die eingeplante Achse mit Franke, Pezzoni, Book und Mayer in der Vorbereitung verletzungsbedingt zeitweise komplett weggebrochen, sodass der Trainer immer wieder Wechsel in der Startelf vornehmen musste.

Wir haben gesagt, dass wir vorne mitspielen wollen und das ist nach wie vor das Ziel. Daher werden wir in der Restrunde versuchen, jedes Spiel positiv zu gestalten und dann am Saisonende sehen, was dabei rauskommt.

Was stimmt Sie positiv, dass es im neuen Jahr besser läuft?

Die letzten Spiele haben gezeigt, dass wir mit allen Mannschaften in der Liga mithalten können. Die Mannschaft hat eine positive Entwicklung genommen, an Stabilität hinzugewonnen und ist in jedem Spiel in der Lage, ein Tor zu machen.

Sie haben ja bereits die hohe Anzahl an neuen Spielern angesprochen. Wie fällt Ihr Resümee zu den Neuverpflichtungen aus?

Wir sind mit allen Neuzugängen zufrieden. Spieler wie Niklas Dams, Marc Lorenz, Torsten Oehrl, Kevin Pezzoni, Steven Ruprecht sind auf Anhieb Stammspieler geworden. Sven Mende ist ein junger Spieler, von dem wir uns im neuen Jahr einen Leistungsschub erhoffen. Max Reule haben wir als klare Nummer 2 im Tor verpflichtet und er macht seine Sache sehr ordentlich. Jaroslaw Lindner hat in den letzten Spielen nach seiner Schulterverletzung gezeigt, wie wertvoll er für uns sein kann, so dass wir uns von ihm auch noch mal einen Schub nach vorne erhoffen. Michael Vitzthum war öfters angeschlagen, von ihm kann in der Restrunde mit Sicherheit noch mehr kommen, wenn er über einen längeren Zeitraum verletzungsfrei bleibt. Ansonsten hatten Spieler wie Fabian Franke und Patrick Mayer mit großem Verletzungspech zu kämpfen gehabt und sich daher bislang noch nicht so einbringen können, wie es angedacht war.

Das Transferfenster ist seit 1. Januar wieder geöffnet. Bisher haben Sie mit Christian Cappek einen neuen Spieler verpflichtet. Was versprechen Sie sich von ihm? Was ist er für ein Spielertyp?

Christian Cappek ist ein Spieler, an dem wir schon vor der Saison großes Interesse hatten. Er kann sowohl auf der linken Außenbahn, als auch im Sturmzentrum spielen. Mit seiner Mentalität und physischen Präsenz soll er unser Offensivspiel verstärken. Wir wollen ihn schnellstmöglich integrieren, so dass er die Leistungen abrufen kann, die er in der Vorsaison in Offenbach gezeigt hat.

Sind noch weitere Neuverpflichtungen geplant?

Im Moment sind keine weiteren Neuverpflichtungen geplant. Wir sind mit dem aktuellen Kader sehr zufrieden. Trotzdem werden wir den Transfermarkt im Auge behalten.

Mit Jonatan Kotzke (beim Chemnitzer FC) und Marius Kleinsorge (bei Rot-Weiss Essen) waren zuletzt zwei Spieler im Probetraining bei anderen Vereinen. Gibt es dazu schon einen neuen Wasserstand?

Zu beiden Spielern gibt es keine Neuigkeiten zu vermelden. Jonatan Kotzke darf gehen, Marius Kleinsorge würden wir gerne in die Regionalliga ausleihen, damit er Spielpraxis sammeln kann. Weitere Abgänge sind nicht geplant.

Es laufen u.a. die Verträge von Markus Kolke, Patrick Funk, Thomas Geyer und Nils-Ole Book am Saisonende aus. Ist man da schon in Gesprächen? Ist mit einer zeitnahen Entscheidung zu rechnen?

Wir stehen mit allen Spielern und Beratern im Austausch und sind dabei mit einigen schon sehr weit, sodass wir hoffen, zeitnah nach dem Trainingslager die ersten Entscheidungen bekanntgeben zu können.“

Ins Trainingslager mitgefahren sind ja mit Jann Bangert, Perric Afari und Jan Albrecht auch drei Spieler aus der A-Jugend. Warum fiel die Wahl auf diese Spieler?

Die Auswahl ist nach Absprache im Trainerteam und im Austausch mit dem U19-Trainer Nils Döring erfolgt. Die Jungs haben sich im Trainingslager sehr gut präsentiert und sind ja auch nicht das erste Mal dabei. Bis auf Jan Albrecht, für den es als Jungjahrgang eine Premiere war. Alle drei haben sich über starke Trainingsleistungen ihre Einsätze in den Testspielen verdient.

Bis zu Ihrer Tätigkeit als Sportdirektor seit diesem Sommer waren Sie einige Jahre lang als Trainer tätig. Gibt es Parallelen zu Ihrer jetzigen Arbeit oder auch Aspekte, die Sie vermissen?

Es gibt auf jeden Fall Parallelen. Auch wenn man nicht mehr täglich auf dem Platz steht, so ist der Kontakt zum Trainerteam und der Mannschaft trotzdem noch sehr eng, aber die Arbeit ist schon eine andere geworden. Momentan vermisse ich bei meiner Arbeit als Sportdirektor nichts.

Könnten Sie sich vorstellen, nochmal als Trainer tätig zu sein?

Gerade im Fußball soll man nichts ausschließen, aber ich bin mit meiner jetzigen Aufgabe sehr zufrieden. Der SVWW besitzt viel Potential und die Ziele des Vereins mitzugestalten ist etwas, worauf ich große Lust habe.

 

 

 

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