Abwehrspieler Tom Bertram wird in der kommenden Saison wahrscheinlich wieder für den FC Rot-Weiß Erfurt spielen: “Ja, ich bin mir mit Rot-Weiß einig”, erklärte er in einem Interview. In den kommenden Tagen soll sein aktuell noch laufender Vertrag beim Zweitligisten SC Paderborn aufgelöst werden. Beim SCP kam Bertram lediglich zu einem Kurz-Einsatz in der letzten Saison. Nach seiner anschließenden Verletzung wurde er im Profikader nicht mehr berücksichtigt. “Ich wurde freigestellt, durfte nicht einmal mehr am Training teilnehmen”, sagte er. Aber auch in Erfurt hat er keine Garantie auf einen Stammplatz: “Er muss sich hinten anstellen und herankämpfen”, machte RWE-Trainer Stefan Emmerling klar.
Torjäger Marcel Reichwein hat sich für einen Wechsel zu Rot-Weiß Erfurt entschieden, wo er einen Zwei-Jahres-Vertrag unterschrieben hat. Reichwein kommt ablösefrei vom Ligakonkurrenten Jahn Regensburg, wo sein Vertrag aufgelöst worden ist. “Ich fühle mich sehr wohl hier und das Training mit dem Team hat unheimlich viel Spaß gemacht, so dass ich gerne hier her komme. Außerdem kenne ich bereits den Trainer, was die Entscheidung erleichtert”, erklärte der 24-Jährige, der in den letzten Tagen bereits mittrainiert hat. Der Offensivspieler kam seit der Winterpause in Regensburg auf 18 Einsätze, wo er 5 Tore erzielte. Insgesamt kann er bereits auf 14 Spiele in der 2. Bundesliga zurückblicken (Ahlen) und auf 54 Spiele in der 3. Liga (für Wuppertal und Regensburg) aufweisen.
Sturmtalent Carsten Kammlott vom FC Rot-Weiß Erfurt wird in der kommenden Saison für dien Regionalligisten RB Leipzig spielen. In der letzten Saison hat der 20-jährige für die Erfurter 37 Spiele absolviert und dabei 13 Tore erzielt. Ausschlaggebend für seinen Wechsel ist wohl die gute, sportliche Zukunft in Leipzig, wo ein ähnliches Projekt wie bei 1899 Hoffenheim entstehen soll. “Ich freue mich auf die große Herausforderung in Leipzig und hoffe, dass wir die ehrgeizigen Ziele erreichen können. RWE werde ich immer im Herzen behalten, denn ich hatte dort ein Superjahr”, erkläre er.
Mit René Twardzik kann der FC Rot-Weiß Erfurt einen neuen Torwarttrainer präsentieren. Der 40-jährige tritt die Nachfolge von Thomas Köhler an. Twardzik war bereits in den Jahren 2001 bis 2005 bei den Erfurtern unter Vertrag. Damals allerdings nicht als Torwarttrainer sondern als Spieler. “Ich freue mich auf die neue Herausforderung beim FC Rot-Weiß Erfurt. Als mir das Angebot von Torsten Traub und Rainer Hörgl gemacht wurde, musste ich nicht lange überlegen. Die Jungs sind ehrgeizig. Aber es gibt auch viel zu verbessern”, erklärte er in einem Interview.
Rund 3 Wochen vor Beginn der Saison 2010/2011 blickt liga3-online.de bereits auf die neue Spielzeit hinaus, und analysiert die Chance der Teams für die neue Saison. In der heutigen Ausgabe soll es dabei um den FC Rot-Weiß Erfurt gehen, der die letzte Saison mit 53 Punkten auf dem 9. Tabellenplatz beendete. Anhand verschiedener Standpunkte möchte liga3-online.de verdeutlichen, wie die Erfurter für die neue Saison aufgestellt sind und wer als neuer Spielmacher in Frage kommt. Dabei schauen wir zunächst auf die Stärken von RWE. Wie auch schon in der letzten Saison bauen die Erfurter wieder voll und ganz auf ihr Sturmtalent Carsten Kammlott. Der erst 20-jährige Stürmer erzielte vergangene Saison 13 Tore und war somit der Toptorschütze von Erfurt. Auch in dieser Saison ist die taktische Aufstellung von Trainer Stefan Emmerling wieder voll und ganz auf den jungen Mann ausgerichtet. Allerdings muss sich natürlich erst noch zeigen, ob Kammlott an die gute letzte Saison anknüpfen kann. Sollte ihm dies nicht gelingen, werden die Schwächen der Erfurter wohl deutlicher sichtbar. Nachdem Abgang von Mittelfeldregisseur Thiago Rockenback muss die Spielmacherposition neu zugeteilt werden. Die Aufgabe könnte auf die Schultern von Martin Hauswald übergeben werden, der in der letzten Saison bereits einige Tore vorbereiten konnte. Deutlicher positiver fällt dagegen der Bereich der Transfers aus. Zwar musste man wie bereits erwähnt Thiago Rockenback abgeben, konnte aber zugleich mit Pfingsten-Redding (Offenbach) und Zedi (Paderborn) trotz finanzieller Engpässe zwei starke Spieler für das defensive Mittelfeld dazu gewinnen. Des Weiteren holte Rot-Weiß Erfurt mit Dominick Drexler (Leverkusen II) und Denis-Danso Weidlich (Babelsberg) zwei hoffungsvolle junge Talente für die Zukunft. liga3-online.de meint: Gelingt es RWE-Coach Stefan Emmerling die Mannschaft von Anfang an in ruhiges Fahrwasser zu führen, dann besteht eine realistische Möglichkeit, dass sich Erfurt in der Saison 2010/2011 gut entwickeln wird und somit für einige sportliche Überraschungen sorgen kann. Sollten der Start der neuen Saison allerdings weniger erfolgreich laufen, dann wäre keine Garantie für eine erfolgreiche Saison gegeben, denn die daraus resultierende Unruhe um beispielsweise dem Trainer wird das Erfurter Team sicher nicht aufbauen sondern eher verunsichern. Alles in allem, sollte mit der Mannschaft aber eine Platzierung zwischen Rang 8 und 12 möglich sein. Mit dem Abstiegs- oder auch mit dem Aufstiegskampf wird RWE in der Saison 2010/2011 nicht zu tun haben.
Der FC Rot-Weiß Erfurt muss sich in der Sommerpause mit einem kritischen Thema auseinander setzten. Die unter Manipulationsverdacht stehenden Spieler Samil Cinaz und Andreas Sponsel wurden vom Kontrollausschuss des DFB vernommen. Beide Spieler wurden einzeln vorgeladen und von einem Rechtsanwalt des Vereins begleitet. Allerdings brachte diese Anhörung keine neue Erkenntnisse: “Ihre eidesstattlichen Erklärungen stehen damit weiterhin. Deshalb gilt unverändert für sie die Unschuldsvermutung”, heißt es in einer Pressemitteilung. Wie und ob es nun weiter geht mit dem Manipulationsverdacht entscheidet nun die Bochumer Staatsanwaltschaf, die das Ergebnis des Ermittlungsverfahrens noch bekannt geben wird.
Auch Rot-Weiß Erfurt kann nun seinen ersten Neuzugang für die kommende Spielzeit vorstellen. Von der zweiten Mannschaft von Bayer Leverkusen aus der Regionalliga West wechselt Dominick Drexler nach Erfurt. Der 19-jährige Stürmer unterschrieb einen 2-Jahres-Vertrag inklusive einer einjährigen Verlängerungsoption. In dieser Saison erzielte er 4 Tore in 25 Spielen. “Er ist ein schneller, aggressiver Spieler, der jetzt den nächsten Schritt tun muss und auch will. Die Wahrscheinlichkeit, dass er längere Einsatzzeiten in der Profimannschaft von Bayer Leverkusen bekommen hätte, wäre auf Grund der Vielzahl an Nationalspielern eher nicht gewährleistet gewesen”, sagte Stefan Emmerling am Vormittag.
Stürmer Carsten Kammlott bleibt dem FC Rot-Weiß Erfurt auch in den kommenden Jahren gediegen. Am Vormittag verlängerte der erst 20-jährige seinen im Sommer auslaufenden Vertrag bis 2012. Nach seinen zuletzt starken Leistungen (12 Tore bisher) wurde natürlich auch sein Gehalt entsprechend angepasst. “Bei uns bekommt er die Spielpraxis, um sich weiter zu entwickeln und danach gegebenenfalls den Sprung in die erste oder zweite Bundesliga zu wagen. Er hat ein sehr großes Potential, aber er erfährt hier noch die notwendige Reifung für höhere Aufgaben”, erklärte Trainer Steffen Emmerling.
Der FC Rot-Weiß Erfurt konnte sich am Nachmittag durch einen Sieg gegen Dortmund II von den Abstiegsrängen entfernen. Vor rund 5.300 Zuschauern im heimischen Steigerwaldstadion schoss Kammlott in der 11. Minute die Thüringer zum 1:0 Erfolg gegen den BVB II. Erfurt hat nun 10 Punkte Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz. Im zweiten Sonntagsspiel unterlag Kickers Offenbach beim VfB Stuttgart II mit 0:2.
Auch wenn es für den FC Rot-Weiß Erfurt aktuell in der Liga nicht besonders rund läuft, so haben sie zumindest die Wahl zur schönsten Choreo des Monats gewonnen. Die Choreo Thüringens “Rot-Weiß Krieger auf jedem Schlachtfeld Sieger” wurde beim Derby gegen Jena in der Fankurve der Erfurter präsentiert. Mit rund 45% setzten sich die Rot-Weißen am Ende gegen die Konkurrenz aus Osnabrück (36%), Jena (15%) und schließlich Kiel (3% durch).
[Das Bild der Sieger-Choreo]
Der FC Rot-Weiß Erfurt muss 6.000€ Strafe an den DFB zahlen. Grund dafür sind die Benutzung von Böllern und Feuerwerkskörpern bei den Spielen gegen Jena und Dresden vor einigen Wochen. Dass die Strafe nur so mild ausgefallen ist, haben sie wohl RWE-Präsident Rolf Rombach zu verdanken. Er setzte sich beim DFB dafür, dass man von einem Geisterspiel oder gar einem Punktabzug Abstand hält. “Es war nicht einfach. Das Geld schmerzt, aber in dieser Situation war es uns lieber als ein Punktabzug. Ich hoffe sehr, dass diejenigen, die uns diese Sache eingebrockt haben erkennen, wie sehr sie uns und nicht zuletzt sich selbst damit schaden. Ich möchte so etwas nicht noch einmal erleben müssen”, erklärte er anschließend.