Die Braunschweiger Eintracht steht auch nach dem 2. Spieltag sehr gut im Kampf um den Aufstieg für die 2. Bundesliga da. Am Nachmittag gewann Braunschweig gegen Aufsteiger Saarbrücken souverän mit 3:0. Die Tore vor 7.200 Zuschauer im Ludwigspark-Stadion schossen Dogan (63.) und Vrancic (76., 84.). Mit diesem zweiten Sieg im zweiten Spiel grüßen die Niedersachsen nun von der Tabellenspitze. Ebenfalls gut lief es auch für die Kickers aus Offenbach. Sie schlugen den bisherigen Tabellenführer SV Sandhausen verdient mit 2:0 und stehen nun auf dem 2. Tabellenplatz. Hier die weiteren Ergebnisse: Regensburg schlägt Unterhaching mit 3:0, Dresden gewinnt gegen Jena mit 2:0, Ahlen und Bremen II trennen sich 1:1, Koblenz schlägt Aufsteiger Aalen mit 2:1, keine Tore fielen beim Spiel Heidenheim gegen Stuttgart II, und das Spiel Bayern II gegen Burghausen endet 1:1.
Mit Patrick Amrhein und Dennis Lemke hat Eintracht Braunschweig am Dienstagabend zwei weitere Spieler verpflichtet. Der 20-jährige offensive Mittelfeldspieler Amrhein war zuletzt für den Ligakonkurrenten Carl Zeiss Jena tätig, wo er in der letzten Saison 19 Spiele absolvierte und dabei 2 Tore erzielte. Insgesamt kann er bereits auf 8 Spiele in der 2. Bundesliga und auf 26 Einsätze in Liga 3 zurückschauen. Stürmer Dennis Lemke kickte in der vergangenen Saison für die zweite Mannschaft von Hertha BSC in der Regionalliga Nord, wo er 22 Spiele bestritt und 2 Tore erzielte. “Patrick Amrhein und Dennis Lemke haben in der Saisonvorbereitung zunächst ein Probetraining absolviert und uns mit ihren Leistungen überzeugt. Beide werden mit ihren Offensivqualitäten unseren Kader noch weiter qualitativ aufwerten”, so der sportliche Leiter Marc Arnold.
Vor der beeindruckenden Kulisse von fast 18000 Zuschauern im frisch renovierten Stadion an der Hamburger Straße (die Nordkurve wurde in der Sommerpause ausgebaut und überdacht) gelang beim Heimdebut von Eintracht Braunschweig gegen Dynamo Dresden den Hausherren ein beeindruckender 2.1-Erfolg. Nachhaltig war dieser Eindruck für die Stadion- und Fernsehzuschauer (Live-Übertragung vom NDR) hier nicht vom Ergebnis her, sondern von der Art und Weise, wie die in neudesignten blaugelb-gestreiften Traditionstrikots spielenden Löwen sich auf dem Platz vorstellten. Auch die Fans selbst machten einen guten Eindruck und hatten sich besonders in der Südkurve sehr viele optische Hingucker ausgedacht (Banner, Farbspiele mit großen Karten in blau und gelb und aufgeteiltes Outfit: Rechte Südkurvenhälfte blau, linke Südkurvenhälfte gelb). Trainer Lieberknecht vertraute auf dem Platz auf das angestammte eingespielte Team der letzten Saison - einzig die in der letzten Spielzeit schon sporadisch eingesetzte Nachwuchshoffnung Karim Bellarabi hatte sich in den Vorbereitungsspielen (u.a. beim 2:1-Erfolg über Schalke 04) auf der rechten Mittelfeldseite in die Mannschaft gespielt. Von den wenigen Neuzugängen wurde einzig der Ex-Chemnitzer Julian Reinhardt im Laufe der zweiten Halbzeit eingewechselt, als der Sieg eigentlich schon feststand. Trainer Mausch schickte auf Seiten der Elbestädter ein runderneuertes Team auf den Rasen, das dunkelbraun gekleidet auflief. Dabei verzichtete er zum Erstaunen der Fans erst einmal auf den mit großen Hoffnungen verpflichteten Ex-Unioner Sergo Biran im Sturm und gab in seinem sehr defensiv ausgerichteten Team Neuzugang Sand eine Chance. Auch in der Abwehr standen mit Herzig, Bührer und Franke gleich drei Neuzugänge.
Das diese neue Defensive noch nicht harmonierte und auch zu weit weg von den Gegenspielern stand, zeigte sich sehr schnell. Bellarabi war von Anfang an hellwach, setzte sich über rechts fast ungehindert entscheidend durch und flankte auf den vor dem Torraum freistehenden Kruppke. Dresdens Keeper Keller parierte dessen Schuss, war aber gegen den anschließenden Kopfball vom immer quirligen und reaktionsschnellen Kumbela machtlos (9.Minute).
Die Sachsen, die in den ersten 10 Minuten nicht richtig auf dem Platz waren, kamen danach sehr schnell wie aus dem Nichts zum überraschenden Ausgleich. In Minute 13 trat Schuppan rechts vorm Braunschweiger Strafraum einen der ersten Freistösse in der sehr fairen Partie. Den brachte er nicht direkt nach vorn in den Strafraum - wo das Braunschweiger Team versammelt war - sondern quer auf den unbedrängt stehenden Kegel. Der zog ab und traf das Tor. BS-Keeper Petkovic hatte hier keine Chance zur Abwehr, da der defensive Mittelfeldmann Pfitzner den Ball unhaltbar nach rechts ins Dreieck abfälschte.
Nun bekam Dresden etwas mehr Spielanteile, da die Braunschweiger dieses Gegentor erst einmal verdauen mussten. Die Elbestädter begingen aber den leichtsinnigen Fehler, dabei etwas aufzumachen und die Braunschweiger wieder mit weiteren Torchancen zurück ins Spiel zu bringen. Dabei zeichnete sich der nach Verletzung wieder zur Verfügung stehende Löwen-Abwehrchef Dogan zweimal aus - indem er jeweils nach Eckball-Standard von Vrancic die Latte des vom dabei machtlosen Keller gehüteten Tores traf (20. und 25. Minute). Nach seinem ersten Aluminiumtreffer hatte sogar Kumbela noch eine 100prozentige Nachschuss-Chance, zog das Leder aber dabei in Rückenlage sehr weit über das Tor. Eine Minute später foulte Strifler Boland links vorm Strafraum. Kruppke schoss den fälligen Freistoss danach nur ganz knapp über Kesslers Tor. Ab dieser Phase nahm Braunschweig wieder komplett das Heft in die Hand - immer wieder angetrieben durch den starken Spiellenker und Balleroberer Vrancic. Sehenswert immer wieder auch die überlegt eingesetzten Kabinett-Stückchen von Bellarabi auf den rechten Flügel, der seine Gegenspieler mit zusätzlichen schnellen Sprints oft zur Verzweiflung trieb. Trotz gefälliger Ballstafetten waren die Löwen dabei vor dem Tor etwas glücklos. Zum Beispiel passte Kruppke bei einem zu kurzen Rückpass von Franke auf Keller sehr gut auf und hätte den Ball fast noch vor dem Keeper erreicht. Dies war sehr knapp für die Dresdner! Kurz vor dem Halbzeitpfiff kam dann noch das Pech für die Okerstädter hinzu, dass der Schiedsrichter ein klares Handspiel von Bührer im eigenen Strafraum nicht sah und es so mit einem für Dresden sehr glücklichen Unentschieden in die Pause ging.
Dresden hatte sich beim Halbzeittee vorgenommen, nach dem Wechsel Braunschweig gleich als Überraschung einmal unter Druck zu setzen. Die sich dadurch bietenden Freiräume in der eigenen Defensive nutzten die Löwen aber gleich zu brandgefährlichen Kontern. So musste Herzig in der 47. Minute nach einer Kruppke-Flanke über den herausgelaufenen Keller vor dem einschussbereiten Bellarabi vor der Linie klären. Dresden selbst kam nur in der 52. Minute zu einer Chance durch Strifler, nachdem er sich links nach einem Doppelpass mit Jungnickel durchgespielt hatte. In der 54. Minute war es dann der Löwen-Kapitän Kruppke selbst, der den längst verdienten Führungstreffer für Braunschweig erzielte. Wieder einmal Vrancic erkannte die sich bietende Situation, hob den Ball über die Dresdner Defensive auf den auf rechts frei enteilenden Kruppke. Dem stürzte Torwart Keller in der Hoffnung entgegen, einen vielleicht unpräzisen Schuss abwehren zu können. Der erfahrene ex-Bundesliga-Kicker jedoch schob den Ball aber unter dem Keeper überlegt zum 2:1 ins kurze Eck ein. In der 57. Minute gab es danach gleich wieder eine strittige Entscheidung im Dresdner Strafraum, denn Kumbela war dort eigentlich elfmeterreif gefoult worden.
Nun musste Dresden reagieren - und Mausch wechselte zwei Stürmer ein: Biran für den unauffälligen und glücklosen Sand und zusätzlich Sturmhoffnung Gundersen. Allerdings verpuffte diese Maßnahme, da die Löwen-Defensive beide in den Griff bekam und trotz erhöhtem Druck die Mannen aus Elbflorenz zu wenig kreativ agierten. Im Gegenteil - nun gab es Kontergelegenheiten für Braunschweig en masse, die aber alle leichtfertig vergeben wurden.
Dresden blieb bis zum Schlusspfiff ohne Einfälle und Torchancen - einzig Koch brachte in der 70. Minute eine gefährliche Flanke in den Löwen-Strafraum (geklärt von Fuchs vor Biran). Die Eintracht versagte mehrmals in aussichtsreichen Positionen vor dem gegnerischen Tor. So auch in der 78. Minute, als Kumbela eigentlich nach einer Flanke von rechts das 3:1 hätte machen müssen - sich aber bei der Entscheidung „nehme ich Kopf oder Fuß” verzettelte. Auch der anschließend für Kumbela eingewechselte Löwen-Stürmer Calamita agierte unglücklich, als er in aussichtsreicher Position vor dem Dresdner Kasten zwei besser positionierte Mitspieler übersah und sich eigensinnig in der Dresdner Innenverteidigung festspielte. So blieb es schließlich beim hochverdienten 2:1-Sieg der Blau-Gelben.
Dresdens Trainer Mausch gratulierte nach dem Spiel Braunschweig zum hochverdienten Sieg. Seine Mannschaft habe die beabsichtigte Defensivarbeit nicht optimal umgesetzt und Braunschweig über die Außen zu viel Platz gelassen. Lieberknecht lobte sein Team, nach Nachfrage besonders persönlich Karim Bellarabi auf der rechten Seite. Allerdings sah er auch Schwachpunkte und war besonders mit Mirko Boland auf der linken Seite nicht zufrieden, der mehr könne und aufpassen müsse, dass Benjamin Kragl von der Bank aus nicht plötzlich an ihm vorbei ins Team rutsche. Das im Training intensiv geübte Verschieben der Mannschaft in bestimmten Spielsituationen hätte bereits Früchte getragen. Er machte Trainer Mausch für die Zukunft des Dresden-Teams Mut, indem er feststellte, in der neuen Mannschaft dort viel Entwicklungspotential gesehen zu haben: „Das wird eine starke Mannschaft!”
Braunschweig tritt nun nach der gezeigten Leistung als Favorit beim folgenden Auswärtsspiel beim Aufsteiger aus Saarbrücken an und will sich gleich in der Spitze festsetzen. Dresden dagegen wird es auch im nächsten Spiel nicht leicht haben, noch halbwegs erfolgreich in die Saison zu starten. Daheim spielen sie im Ost-Derby gegen Jena.
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Aufstellung Eintracht Braunschweig (4-4-2):
Petkovic - B. Fuchs , Henn , Dogan , Reichel - Bellarabi (90.Reinhardt), Pfitzner, Vrancic, Boland -Kumbela (80.Calamita), Kruppke
Aufstellung Dynamo Dresden (4-2-3-1):
Keller - Strifler (84. Kister), T. Franke, Hübener, Bührer (62. Gundersen) -Jungnickel, Schuppan - Herzig, Kegel, Koch - Sand (62. Biran)
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JURO
Am Samstag, den 25. Juli treffen an der Hamburger Straße in Braunschweig zwei Traditionsclubs im direkten Duell aufeinander. Die Rede ist von der Eintracht aus Braunschweig und der SG Dynamo Dresden. Beide Clubs gehen mit hohen Erwartungen in diese Saison und somit auch in den ersten Spieltag. Bei der Eintracht hofft man nach der erfolgreichen letzten Saison auf den Aufstieg in die 2. Bundesliga. Dieses Thema wird seit Wochen unter den Blau-Gelben-Fans heiß diskutiert. Viele fragen sich, ob der Kader überhaupt stark genug ist, um gegen die Konkurrenz auf Offenbach, Sandhausen und Rostock anzukommen. Gerade im Sturm musste man mit Kingsley Onuegbu einen bitteren Abgang verzeichnen. Somit muss sich für das Spiel am kommenden Samstag der Sturm, der wahrscheinlich aus Marco Calamita und Dominick Kumbela bestehen wird, beweisen. Dass der Kader durchaus Qualität besitzt, zeigte sich vor einigen Tagen in einem Testspiel gegen den FC Schalke 04, den sie mit 2:1 besiegten. Auch wenn man dieses Ergebnis nun keinesfalls überbewerten darf, hat die Mannschaft auf jeden Fall gezeigt, was in ihr steckt. Auf die Unterstützung der Zuschauer kann ohnehin verlassen, denn bisher rund 5.000 Dauerkarten verkauft. Auch bei der Gastmannschaft aus Dresden lässt sich in Sachen Fanunterstützung nur Gutes berichten. Im Schnitt sahen 14.000 Fans die Heimspiele der SGD in der letzten Saison. Zum Spiel nach Braunschweig werden sich, wie auch in den letzten Jahren, wieder rund 1.500 bis 2.000 Schwarz-Gelbe auf den Weg machen. Lediglich der Kader hat sich im Vergleich zur letzten Saison dann doch etwas verändert. Viele Leistungsträger konnten nicht gehalten werden. Es gelang aber, aufgrund der sportlichen Perspektive, alle Abgänge fast gleichwertig zu ersetzten. liga3-online.de prognostiziert: Das Spiel vor etwa 14.000 Zuschauern wird ein hart umkämpftes werden. Zunächst müssen die Fans auf beiden Seiten auf gute Torchancen warten. In Halbzeit gelingt es der Eintracht dann, den Heimvorteil endlich zu nutzen und die Führung zu erzielen. Auch wenn Dresden bis zum Schluss einige Gelegenheiten auf den Ausgleich hat, bleibt es am Ende beim knappen 1:0 Erfolg für die Eintracht.
Die Aufstellungen
Zur Beginn der Saison 2010/2011 blickt liga3-online.de auf die neue Spielzeit hinaus, und analysiert die Chance der Teams für die neue Saison. In der heutigen Ausgabe soll es dabei um Eintracht Braunschweig gehen. Das Team von Trainer Torsten Lieberknecht belegte in der letzten Saison mit 62 Punkten den vierten Tabellenplatz. Nur zwei Punkte trennte die Eintracht von dem Relegationsaufstiegsplatz. Die nun kommende Saison soll nach den Wünschen der vielen Fans sehr ähnlich laufen wie Letzte. Lediglich der Aufstieg sollte am Ende die Steigerung zur vergangenen Spielzeit sein. Dass dieses Ziel durchaus mutig ist, erschließt sich bei einem Blick auf die Wechsel-Historie in diesem Sommer. Wichtige Spieler wie Tim Danneberg (geht nach Sandhausen) oder auch Kingsley Onuegbu (Fürth) verließen den Verein. Dies taten sich nicht etwa, weil die sportliche Perspektive der Eintracht schlecht ist, sondern vielmehr aus finanziellen Gründen, denn in Sandhausen bzw. in Fürth dürften die Gehälter in der Saison 2010/2011 deutlich höher liegen als bei der Eintracht. Dieser Aspekt spiegelt sich auch bei den Neuzugängen wieder. Auf spektakuläre Namen wurde ganz verzichtet. So holte man lieber hoffnungsvolle Spieler aus der Regionalliga wie Mathias Fetsch (Stürmer von 1860 München II) oder Benjamin Kessel (Abwehrspieler von Mainz II). Vielleicht ist dieses Konzept genau das Richtige für die Eintracht. Die jungen, und vor allem deutschen Spieler, bieten einen hohen Identifikationsgrad für die Eintracht-Fans, auf die sowieso absoluter Verlass ist. Knapp 13.000 pilgern im Schnitt jede zweite Woche an die Hamburger Straße zu den Heimspielen. Gelingt es den Spielern, ihre große Leistungsbereitschaft und Motivation auf die Fans zu übertragen, kann eine große Euphorie um den Aufstieg in die 2. Bundesliga entstehen. liga3-online.de meint: Das junge Team wird in der kommenden Saison seinen Weg gehen. Kapitän Dennis Kruppke muss es sich zur Aufgabe machen, diese jungen zu führen und zu lenken. Schafft dann noch Cheftrainer Torsten Lieberknecht aus den Spielern eine echte Mannschaft zu formen, dann ist nach oben alles offen. Ganz wichtig wird aber ein guter Start in die Saison sein. Nur so kann man Selbstvertrauen gewinnen und die Verantwortlichen können in Ruhe ihrer Arbeit nachgehen. Alles in allem scheint für Eintracht am Ende ein Platz zwischen 1 und 6 sehr realistisch.
Eine ganz besondere Aktion bot sich am Morgen der Mannschaft von Eintracht Braunschweig. In Zusammenarbeit mit der Jazzkantine nahmen die Blau-Gelben einen Song für die Wiederaufnahme des Musicals “Unser Eintracht” auf, das vom 7. bis 22.08. im Kleinen Haus des Staatstheaters in die Verlängerung geht. “Wenn sie das Tor so treffen wie die Töne, wird das eine gute Saison”, so der Jazzkantinen-Chef Christian Eitner. Auch Braunschweigs-Chefcoach Torsten Lieberknecht war mit der Aktion sehr zu frieden: “Die Spieler haben im Trainingslager viel Spaß dabei gehabt, an den Texten zu arbeiten und ein besseres Teambuilding als die Aufnahmen für ‚Unser Eintracht’ kann ich mir nicht vorstellen. Heraus gekommen ist ein Song als Dankeschön an die Fans für ihre Unterstützung.”
Der 26-jährige Stürmer Dominick Kumbela von Eintracht Braunschweig musste sich am Nachmittag vor dem Paderborner Amtsgericht wegen Körperverletzung verantworten. Im November soll der Fußballer einen Mann in Schloß Neuhaus (Paderborn) zusammengeschlagen haben. Auch als das Opfer am Boden lag, prügelte Kumbela angeblich weiter auf ihn ein. Das Verfahren gegen ihn wurde nun gegen eine Zahlung von 3.500€ eingestellt. Zwar hatte die Richterin große Zweifel an der Aussage des 26-jährigen, erklärte aber, dass sie ihn vor einem Gefängnisaufenthalt bewaren wolle. Kumbela kam in der letzten Saison zu 16 Einsätzen bei der Eintracht, wo er 5 Tore erzielte.
Vor der beeindruckenden Kulisse von fast 18000 Zuschauern im frisch renovierten Stadion an der Hamburger Straße (die Nordkurve wurde in der Sommerpause ausgebaut und überdacht) gelang beim Heimdebut von Eintracht Braunschweig gegen Dynamo Dresden den Hausherren ein beeindruckender 2.1-Erfolg. Nachhaltig war dieser Eindruck für die Stadion- und Fernsehzuschauer (Live-Übertragung vom NDR) hier nicht vom Ergebnis her, sondern von der Art und Weise, wie die in neudesignten blaugelb-gestreiften Traditionstrikots spielenden Löwen sich auf dem Platz vorstellten. Auch die Fans selbst machten einen guten Eindruck und hatten sich besonders in der Südkurve sehr viele optische Hingucker ausgedacht (Banner, Farbspiele mit großen Karten in blau und gelb und aufgeteiltes Outfit: Rechte Südkurvenhälfte blau, linke Südkurvenhälfte gelb). Trainer Lieberknecht vertraute auf dem Platz auf das angestammte eingespielte Team der letzten Saison - einzig die in der letzten Spielzeit schon sporadisch eingesetzte Nachwuchshoffnung Karim Bellarabi hatte sich in den Vorbereitungsspielen (u.a. beim 2:1-Erfolg über Schalke 04) auf der rechten Mittelfeldseite in die Mannschaft gespielt. Von den wenigen Neuzugängen wurde einzig der Ex-Chemnitzer Julian Reinhardt im Laufe der zweiten Halbzeit eingewechselt, als der Sieg eigentlich schon feststand. Trainer Mausch schickte auf Seiten der Elbestädter ein runderneuertes Team auf den Rasen, das dunkelbraun gekleidet auflief. Dabei verzichtete er zum Erstaunen der Fans erst einmal auf den mit großen Hoffnungen verpflichteten Ex-Unioner Sergo Biran im Sturm und gab in seinem sehr defensiv ausgerichteten Team Neuzugang Sand eine Chance. Auch in der Abwehr standen mit Herzig, Bührer und Franke gleich drei Neuzugänge.
Das diese neue Defensive noch nicht harmonierte und auch zu weit weg von den Gegenspielern stand, zeigte sich sehr schnell. Bellarabi war von Anfang an hellwach, setzte sich über rechts fast ungehindert entscheidend durch und flankte auf den vor dem Torraum freistehenden Kruppke. Dresdens Keeper Keller parierte dessen Schuss, war aber gegen den anschließenden Kopfball vom immer quirligen und reaktionsschnellen Kumbela machtlos (9.Minute).
Die Sachsen, die in den ersten 10 Minuten nicht richtig auf dem Platz waren, kamen danach sehr schnell wie aus dem Nichts zum überraschenden Ausgleich. In Minute 13 trat Schuppan rechts vorm Braunschweiger Strafraum einen der ersten Freistösse in der sehr fairen Partie. Den brachte er nicht direkt nach vorn in den Strafraum - wo das Braunschweiger Team versammelt war - sondern quer auf den unbedrängt stehenden Kegel. Der zog ab und traf das Tor. BS-Keeper Petkovic hatte hier keine Chance zur Abwehr, da der defensive Mittelfeldmann Pfitzner den Ball unhaltbar nach rechts ins Dreieck abfälschte.
Nun bekam Dresden etwas mehr Spielanteile, da die Braunschweiger dieses Gegentor erst einmal verdauen mussten. Die Elbestädter begingen aber den leichtsinnigen Fehler, dabei etwas aufzumachen und die Braunschweiger wieder mit weiteren Torchancen zurück ins Spiel zu bringen. Dabei zeichnete sich der nach Verletzung wieder zur Verfügung stehende Löwen-Abwehrchef Dogan zweimal aus - indem er jeweils nach Eckball-Standard von Vrancic die Latte des vom dabei machtlosen Keller gehüteten Tores traf (20. und 25. Minute). Nach seinem ersten Aluminiumtreffer hatte sogar Kumbela noch eine 100prozentige Nachschuss-Chance, zog das Leder aber dabei in Rückenlage sehr weit über das Tor. Eine Minute später foulte Strifler Boland links vorm Strafraum. Kruppke schoss den fälligen Freistoss danach nur ganz knapp über Kesslers Tor. Ab dieser Phase nahm Braunschweig wieder komplett das Heft in die Hand - immer wieder angetrieben durch den starken Spiellenker und Balleroberer Vrancic. Sehenswert immer wieder auch die überlegt eingesetzten Kabinett-Stückchen von Bellarabi auf den rechten Flügel, der seine Gegenspieler mit zusätzlichen schnellen Sprints oft zur Verzweiflung trieb. Trotz gefälliger Ballstafetten waren die Löwen dabei vor dem Tor etwas glücklos. Zum Beispiel passte Kruppke bei einem zu kurzen Rückpass von Franke auf Keller sehr gut auf und hätte den Ball fast noch vor dem Keeper erreicht. Dies war sehr knapp für die Dresdner! Kurz vor dem Halbzeitpfiff kam dann noch das Pech für die Okerstädter hinzu, dass der Schiedsrichter ein klares Handspiel von Bührer im eigenen Strafraum nicht sah und es so mit einem für Dresden sehr glücklichen Unentschieden in die Pause ging.
Dresden hatte sich beim Halbzeittee vorgenommen, nach dem Wechsel Braunschweig gleich als Überraschung einmal unter Druck zu setzen. Die sich dadurch bietenden Freiräume in der eigenen Defensive nutzten die Löwen aber gleich zu brandgefährlichen Kontern. So musste Herzig in der 47. Minute nach einer Kruppke-Flanke über den herausgelaufenen Keller vor dem einschussbereiten Bellarabi vor der Linie klären. Dresden selbst kam nur in der 52. Minute zu einer Chance durch Strifler, nachdem er sich links nach einem Doppelpass mit Jungnickel durchgespielt hatte. In der 54. Minute war es dann der Löwen-Kapitän Kruppke selbst, der den längst verdienten Führungstreffer für Braunschweig erzielte. Wieder einmal Vrancic erkannte die sich bietende Situation, hob den Ball über die Dresdner Defensive auf den auf rechts frei enteilenden Kruppke. Dem stürzte Torwart Keller in der Hoffnung entgegen, einen vielleicht unpräzisen Schuss abwehren zu können. Der erfahrene ex-Bundesliga-Kicker jedoch schob den Ball aber unter dem Keeper überlegt zum 2:1 ins kurze Eck ein. In der 57. Minute gab es danach gleich wieder eine strittige Entscheidung im Dresdner Strafraum, denn Kumbela war dort eigentlich elfmeterreif gefoult worden.
Nun musste Dresden reagieren - und Mausch wechselte zwei Stürmer ein: Biran für den unauffälligen und glücklosen Sand und zusätzlich Sturmhoffnung Gundersen. Allerdings verpuffte diese Maßnahme, da die Löwen-Defensive beide in den Griff bekam und trotz erhöhtem Druck die Mannen aus Elbflorenz zu wenig kreativ agierten. Im Gegenteil - nun gab es Kontergelegenheiten für Braunschweig en masse, die aber alle leichtfertig vergeben wurden.
Dresden blieb bis zum Schlusspfiff ohne Einfälle und Torchancen - einzig Koch brachte in der 70. Minute eine gefährliche Flanke in den Löwen-Strafraum (geklärt von Fuchs vor Biran). Die Eintracht versagte mehrmals in aussichtsreichen Positionen vor dem gegnerischen Tor. So auch in der 78. Minute, als Kumbela eigentlich nach einer Flanke von rechts das 3:1 hätte machen müssen - sich aber bei der Entscheidung „nehme ich Kopf oder Fuß” verzettelte. Auch der anschließend für Kumbela eingewechselte Löwen-Stürmer Calamita agierte unglücklich, als er in aussichtsreicher Position vor dem Dresdner Kasten zwei besser positionierte Mitspieler übersah und sich eigensinnig in der Dresdner Innenverteidigung festspielte. So blieb es schließlich beim hochverdienten 2:1-Sieg der Blau-Gelben.
Dresdens Trainer Mausch gratulierte nach dem Spiel Braunschweig zum hochverdienten Sieg. Seine Mannschaft habe die beabsichtigte Defensivarbeit nicht optimal umgesetzt und Braunschweig über die Außen zu viel Platz gelassen. Lieberknecht lobte sein Team, nach Nachfrage besonders persönlich Karim Bellarabi auf der rechten Seite. Allerdings sah er auch Schwachpunkte und war besonders mit Mirko Boland auf der linken Seite nicht zufrieden, der mehr könne und aufpassen müsse, dass Benjamin Kragl von der Bank aus nicht plötzlich an ihm vorbei ins Team rutsche. Das im Training intensiv geübte Verschieben der Mannschaft in bestimmten Spielsituationen hätte bereits Früchte getragen. Er machte Trainer Mausch für die Zukunft des Dresden-Teams Mut, indem er feststellte, in der neuen Mannschaft dort viel Entwicklungspotential gesehen zu haben: „Das wird eine starke Mannschaft!”
Braunschweig tritt nun nach der gezeigten Leistung als Favorit beim folgenden Auswärtsspiel beim Aufsteiger aus Saarbrücken an und will sich gleich in der Spitze festsetzen. Dresden dagegen wird es auch im nächsten Spiel nicht leicht haben, noch halbwegs erfolgreich in die Saison zu starten. Daheim spielen sie im Ost-Derby gegen Jena.
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Aufstellung Eintracht Braunschweig (4-4-2):
Petkovic - B. Fuchs , Henn , Dogan , Reichel - Bellarabi (90.Reinhardt), Pfitzner, Vrancic, Boland -Kumbela (80.Calamita), Kruppke
Aufstellung Dynamo Dresden (4-2-3-1):
Keller - Strifler (84. Kister), T. Franke, Hübener, Bührer (62. Gundersen) -Jungnickel, Schuppan - Herzig, Kegel, Koch - Sand (62. Biran)
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Im Eintracht-Stadion an der Hamburger Straße in Braunschweig konnte nun die neue Nordkurve feierlich eröffnet werden. In den letzten Monaten wurde die alte Nordkurve, wo sich auch der Gästeblock befindet, umfangreich umgebaut und erneuert. Alle Plätze sind jetzt überdacht. Vor dem Umbau bot diese Kurve 4.600 Stehplätze ohne Schutz vor Wind und Wetter, jetzt fasst sie 3.490 überdachte Sitzplätze und 1.850 Stehplätze für die Anhänger der Gastmannschaft - insgesamt also 640 Plätze mehr. “Diese Großinvestition zeigt unübersehbar: Die Stadt Braunschweig steht zu ihrer Eintracht und glaubt an deren sportliche Zukunft”, erklärte Braunschweigs Oberbürgermeister Dr. Gert Hoffmann bei der Eröffnungsfeier. Insgesamt investierten Stadt und Verein etwa 7,6 Millionen Euro.
“Es war ein lockerer Aufgalopp. Die Jungs haben einen guten Eindruck gemacht und bei dem Spiel einige schöne Tore geschossen”, kommentierte Trainer Torsten Lieberknecht die erste Trainingseinheit nach der Sommerpause bei der Braunschweiger Eintracht. Bei herrlichem Wetter konnten sich die rund 1.500 Fans auf einem Nebenplatz des Eintracht-Stadions ein Bild von den Neuzugängen Markus Unger, Benjamin Kessel, Julius Reinhardt und Mathias Fetsch machen. Auch beim Zweitligaabsteiger Rot-Weiß Ahlen startete man mit einem lockeren Training in die Vorbereitung für die neue Saison. Rund 200 Fans waren hierzu gekommen und beobachteten auch hier die vielen Neuzugänge. Ebenso lief es auch bei der Kogge aus Rostock, die vor 500 Zaungästen das erste Training der neuen Saison absolvierten. „Ich bin mit den Neuzugängen sehr zufrieden. Wir haben immer gesagt, dass wir auf Qualität statt auf Quantität achten“, erklärte Hansa-Cheftrainer Peter Vollmann, der in der kommenden Woche noch mehrere Probespieler testen wird.
Mathias Fetsch ist der neue Stürmer bei der Braunschweiger Eintracht. Der 21-jährige, der von der zweiten Mannschaft von 1860 München wechselt, unterschreibt einen 2-Jahres Vertrag. In seiner Karriere war Fetsch außerdem auch für die U23 des Karlsruher SC aktiv. In dieser Zeit bestritt er zwei Zweitliga- und 88 Regionalliga-Spiele, wo er insgesamt 22 Tore erzielte. “Die Eintracht ist ein Verein mit großer Tradition und tollen Fans. Ich freue mich darauf, hier zu spielen. Mit meiner Leistung möchte ich dazu beitragen, eine gute Saison zu bestreiten und oben mitzuspielen”, erklärte Mathias Fetsch. “Mit Mathias haben wir einen jungen Stürmer verpflichtet, der technisch gut ausgebildet ist und zu unserem Verein passen wird, da er sehr leidenschaftlich und teamorientiert Fußball spielt. Wir haben ihn über einen langen Zeitraum beobachtet und sind der Überzeugung, dass er optimal in unser System und zu unserer Philosophie passt”, so Trainer Torsten Lieberknecht.