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So schön kann Fußball sein

Am Samstag, den 25. Juli treffen an der Hamburger Straße in Braunschweig zwei Traditionsclubs im direkten Duell aufeinander. Die Rede ist von der Eintracht aus Braunschweig und der SG Dynamo Dresden. Beide Clubs gehen mit hohen Erwartungen in diese Saison und somit auch in den ersten Spieltag. Bei der Eintracht hofft man nach der erfolgreichen letzten Saison auf den Aufstieg in die 2. Bundesliga. Dieses Thema wird seit Wochen unter den Blau-Gelben-Fans heiß diskutiert. Viele fragen sich, ob der Kader überhaupt stark genug ist, um gegen die Konkurrenz auf Offenbach, Sandhausen und Rostock anzukommen. Gerade im Sturm musste man mit Kingsley Onuegbu einen bitteren Abgang verzeichnen. Somit muss sich für das Spiel am kommenden Samstag der Sturm, der wahrscheinlich aus Marco Calamita und Dominick Kumbela bestehen wird, beweisen. Dass der Kader durchaus Qualität besitzt, zeigte sich vor einigen Tagen in einem Testspiel gegen den FC Schalke 04, den sie mit 2:1 besiegten. Auch wenn man dieses Ergebnis nun keinesfalls überbewerten darf, hat die Mannschaft auf jeden Fall gezeigt, was in ihr steckt. Auf die Unterstützung der Zuschauer kann ohnehin verlassen, denn bisher rund 5.000 Dauerkarten verkauft. Auch bei der Gastmannschaft aus Dresden lässt sich in Sachen Fanunterstützung nur Gutes berichten. Im Schnitt sahen 14.000 Fans die Heimspiele der SGD in der letzten Saison. Zum Spiel nach Braunschweig werden sich, wie auch in den letzten Jahren, wieder rund 1.500 bis 2.000 Schwarz-Gelbe auf den Weg machen. Lediglich der Kader hat sich im Vergleich zur letzten Saison dann doch etwas verändert. Viele Leistungsträger konnten nicht gehalten werden. Es gelang aber, aufgrund der sportlichen Perspektive, alle Abgänge fast gleichwertig zu ersetzten. liga3-online.de prognostiziert: Das Spiel vor etwa 14.000 Zuschauern wird ein hart umkämpftes werden. Zunächst müssen die Fans auf beiden Seiten auf gute Torchancen warten. In Halbzeit gelingt es der Eintracht dann, den Heimvorteil endlich zu nutzen und die Führung zu erzielen. Auch wenn Dresden bis zum Schluss einige Gelegenheiten auf den Ausgleich hat, bleibt es am Ende beim knappen 1:0 Erfolg für die Eintracht.

Die Aufstellungen

Die SG Dynamo Dresden hat Abwehrspieler Denny Herzig verpflichtet. Der 25-Jährige kommt ablösefrei vom insolventen Regionalligisten Rot-Weiss Essen nach Dresden und unterschrieb am Nachmittag einen Vertrag bis 2011. “Die 3.Liga war mein Ziel, dass ich dieses jetzt bei einem so großen und traditionsreichen Verein wie Dynamo erreichen kann, freut mich sehr“, so Herzig nach seiner Vertragsunterzeichnung. “Tatsächlich hat mich seine Willensstärke beeindruckt. Nachdem der erste Tag im Trainingslager für ihn beim Techniktraining nicht so optimal verlaufen war, hat er seinen Kopf nicht hängen lassen, sondern sich richtig reingehauen“, sagte ein zufriedener Cheftrainer Matthias Maucksch.

Mit Marc Sand wechselt ein Offensivspieler zur SG Dynamo Dresden. Der erst 22-jährige Stürmer kommt ablösefrei vom Österreichischen Regionalligisten FC Pasching zu Dynamo. In der letzten Saison hat er dort in 14 Spielen 8 Tore erzielt. “In Österreich kennt man Dresden natürlich als wunderschöne Stadt und durch Peter Pacult ist auch Dynamo ein Begriff. Ich freue mich auf einen super Verein, der große Ziele erreichen will”, erklärte er nach seiner Verpflichtung. Insgesamt kann er bereits auf 20 Spiele in der 1. und 54 Spiele in der 2. Bundesliga in Österreich aufweisen. Cheftrainer Matthias Maucksch äußert sich wie folgt über den Neuzugang: “Er ist ein guter Stürmer, der vor allem durch seinen Antritt, seine Schnelligkeit und seine spielerischen Fähigkeiten besticht. Ich hoffe, dass er sich schnell akklimatisiert und dass es ihm gelingt, die bisherigen Trainings- und Spieleindrücke zu bestätigen.”

Neuzugang Tim Kister wird der SG Dynamo Dresden in den kommenden Wochen nicht zu Verfügung stehen. Der Innenverteidiger zog sich beim Training einen Einriss im Innenmeniskus des rechten Knies zu. Auch wenn die Verletzung des 23-jährigen konservativ behandelt wird, muss er mit einer Pause von zwei bis drei Monaten rechnen. Kister stieß vor einigen Wochen vom Hessenligist (5. Liga) SG Rot-Weiß Frankfurt, wo er in der letzten Saison 23-mal zum Einsatz kam und dabei 3 Tore erzielte, zu Dynamo.

Dynamo-Cheftrainer Matthias Maucksch bleibt auch in den kommenden Jahren Trainer der SG Dynamo Dresden. Zu Beginn des Trainingslagers unterschrieb der 41-jährige einen Vertrag bis 2012. “Wir sind sehr froh, dass wir uns auf eine weitere Zusammenarbeit mit Matthias Maucksch einigen konnten. Ich hoffe, dass wir gemeinsam die positive sportliche Entwicklung fortsetzen können”, erklärte Geschäftsführer Volker Oppitz. Mauksch wechselte im Oktober 2009 zum Traditionsclub und bewahrte ihn anschließend vor dem Abstieg aus der 3. Liga. “Ich freue mich über das Vertrauen, das der Verein mit dieser Vertragsverlängerung zum Ausdruck bringt”, Ich bin überzeugt davon, dass wir den Profifußball in Dresden weiter vorantreiben können”, sagte Matthias Maucksch nach seiner Vertragsverlängerung.

Mit Defensivspieler Dennis Bührer kann die SG Dynamo Dresden einen weiteren Neuzugang für die neue Saison vorstellen. Der 27-jährige kommt ablösefrei vom Regionalligisten Rot-Weiß Essen, wo er in der abgelaufenen Saison 32-mal zum Einsatz kam. “Das Umfeld mit seinen sehr professionellen Bedingungen, dem tollen Stadion und den vielen Zuschauern und die sportliche Perspektive bei Dynamo”, erklärt Bührer nach seinem Wechsel. Auch Dynamo-Cheftrainer Matthias Maucksch freut sich über den Transfer: “Ich habe mit einigen Trainern und Ex-Profikollegen gesprochen, die mir alle Gutes von Dennis Bührer berichtet haben. Er hat das bereits binnen weniger Trainingseinheiten bestätigen können: Er ist taktisch gut geschult, ein Ausdauertyp, der aber auch über eine ordentliche Grundschnelligkeit und technische Ausbildung verfügt.” Bührer erhält in Dresden einen Ein-Jahres-Vertrag.

Beim krisengeschüttelten Dynamo Dresden wurde am Morgen ein Not-Aufsichtsrat ernannt. Dies war nötig geworden, da der bisherige Aufsichtsrat geschlossen zurückgetreten ist. Bis zur Mitgliederversammlung im Herbst führen die Rechtsanwältin Simone Sperling, Dresdens Sportbürgermeister Winfried Lehmann, die Unternehmer Jens Heinig und Thomas Bohn, der frühere Dynamo-Trainer Klaus Sammer sowie Rechtsanwalt Michael Müller den Traditionsverein. Thomas Bohn wurde zum Vorsitzenden dieses Aufsichtsrates gewählt: „Ich bedanke mich für das zum Ausdruck gebrachte Vertrauen und freue mich sehr darüber. Wir sind angetreten, um Dynamo in einer sehr schwierigen Situation zu helfen und den Verein zu stützen. Unser klares Ziel ist es, innerhalb der Gremien und der Mitgliedschaft eine offene und vertrauensvolle Kommunikation wiederherzustellen und so dazu beizutragen, den Verein in ruhigeres Fahrwasser zu führen”, erklärte er nach seiner Wahl. Der Verein ist damit nun wieder handlungsfähig.

Trotz einiger struktureller Probleme bei der SG Dynamo Dresden in den letzten Wochen (z.B. Rücktritt von Geschäftsführer Stefan Bohne) erhält der Traditionsclub, wie auch alle anderen 19 Teams der 3. Liga, die Lizenz für die kommende Saison 2010/2011. “Im Namen von Dynamo Dresden bedanke ich mich ganz herzlich bei allen Sponsoren und Bürgschaftsgebern für ihre Mitwirkung an der Erfüllung der vom DFB geforderten Auflagen. Gemeinsam mit allen beteiligten Mitarbeitern haben sie auch unter ungünstigsten Begleitumständen - insbesondere am Tag der Ausschlussfrist, der für den Verein einen sehr turbulenten Verlauf nahm - mit ihrem Engagement Vertrauen zu Dynamo zum Ausdruck gebracht und mit ihrer unbürokratischen Unterstützung einmal mehr die Existenz der SGD gesichert”, erklärte der neue Geschäftsführer Volker Oppitz.

Vom Zweitligisten Union Berlin wechselt Stürmer Shergo Biran ablösefrei zur SG Dynamo Dresden. Biran erhielt von seinem Ex-Verein die Freigabe, obwohl er bei den Berlinern noch einen Vertrag bis 2011 besaß. Bei Dynamo erhält er nun einen Vertrag bis 2012. Der 31-jährige kam in dieser Saison 9-mal bei Union in der Zweiten Liga zum Einsatz, wo er 1 Tor erzielte. In der 3.Liga-Saison 2008/2009 brachte er es noch auf 28 Einsätze bei den Berlinern, wo er 11 Treffer markierte. “Dynamo ist ein Traditionsverein, der nicht in die 3. Liga gehört. Hier ist eine Menge möglich und ich möchte meinen Teil dazu beitragen, dass wir als Mannschaft das Maximum heraus holen und für positive Schlagzeilen sorgen. Viele gute Gespräche mit den Verantwortlichen haben mich überzeugt, dass dieser Wechsel die richtige Entscheidung ist”, erklärte Brian nach seinem Wechsel. Auch Cheftrainer Matthias Maucksch zeigte sich glücklich: “Shergo Biran ist ein mit allen Wassern gewaschener Stürmer, der sich in der 3. Liga gut auskennt. Ich bin sicher, dass er unsere Offensivqualität heben wird.”

Dynamo Dresden kann einen neuen Spieler für die kommende Spielzeit präsentieren. Vom Zweitligisten SC Paderborn wechselt Sebastian Schuppan ablösefrei nach Dresden. Der Mittelfeldspieler unterschrieb einen Vertrag bis 2011 mit Option auf ein weiteres Jahr. In seiner Karriere kann der 23-jährige u.a. auf 28 Spiele mit Energie Cottbus in der 2. Bundesliga zurückblicken. Zuletzt spielte er für Paderborn, kam dort in dieser Saison aber nicht zum Einsatz. “Dynamo hat ein tolles Stadion, große Tradition und ein riesiges Fanpotential - schon als ich mit Cottbus hier gespielt habe, war ich immer sehr beeindruckt und bin stolz, jetzt hier auflaufen zu dürfen”, erklärte Schuppan. Auch Dynamo-Coach Matthias Maucksch freut sich auf ihn: “Sebastian Schuppan hat großes Potential. Ich bin davon überzeugt, dass er ein wichtiger Bestandteil unserer Mannschaft wird, wenn er es dauerhaft abrufen kann. Ihn zeichnen seine Dynamik, sein starker linker Fuß und sein Kopfballspiel aus und ich bin sicher, dass wir viel Freude an ihm haben werden”.

Die Krise bei Dynamo Dresden spitzt sich immer weiter zu. Dieses Mal geht es zwar nicht um das Sportliche, dennoch bekommt der Verein selbst in der Sommerpause keine Ruhe rein. Die Stadt Dresden, vertreten durch die Oberbürgermeisterin Helma Orosz, lehnte die Berufung eines neuen Dynamo-Geschäftsführers, der in von Person Stefan Bohne letzte Woche zurückgetreten ist, ab. “Es ist für uns nicht nachvollziehbar, auf welcher Grundlage die Entscheidungen im Aufsichtsrat zustande gekommen sind und welche verbreiteten Informationen eigentlich wahr sind und welche nicht. Auch die Art und Weise, wie die Vereinsvertreter vergangene Woche versucht haben, Druck auf die Stadt und mich persönlich auszuüben, ist völlig inakzeptabel”, sagte die Oberbürgermeister in einer Presseerklärung. Damit ist Dynamo Dresden vorübergehend handlungsunfähig und muss einen Notvorstand einrufen. Hinzu kommt, dass jetzt sogar die Lizenz in Gefahr ist, denn bis zum 30. Juni muss Dynamo einen neuen Geschäftsführer präsentieren. Wie es also nun weiter geht ist vollkommen offen.


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