Am Samstag (14.00 Uhr) steigt, wenn der Rasen des Jahn-Stadions mitspielt, in Regensburg das Duell gegen den VfL Osnabrück. Für beide Teams wird es dann der verspätete Rückrundenstart sein, denn am vergangenen Wochenende wurden ihre jeweiligen Duelle (Jahn gegen Stuttgart II, Osnabrück gegen Wiesbaden) aufgrund Unbespielbarkeit des Platzes abgesagt. liga3-online.de nennt euch 5 Gründe, warum Osnabrück gegen den SSV Jahn Regensburg gewinnen wird.
Normalerweise scheinen die Rollen klar verteilt: Der VfL Osnabrück kommt als derzeit Zehntplatzierter zum Tabellenführer SSV Jahn Regensburg. Die Hinrunde hat gezeigt, dass es dem VfL Osnabrück klar an der Chancennutzung in der Offensive mangelt, der Jahn hingegen spielt oft ein echtes Offensivspektakel. Doch die Vorzeichen auf den Rückrundenstart beider Vereine sehen anders aus – denn auf Seiten der Osnabrücker ist in der Winterpause einiges passiert.
Grund 1 – Der Trainer
Es gibt wohl kaum eine bessere Ausgangssituation zu einem Rückrundenstart, als einen neuen Trainer auf der Bank sitzen zu haben, der mitunter als bester Motivator in der Trainerszene gilt. Wohl kaum ein anderer Trainer als Claus-Dieter “Pele” Wollitz kann seine Mannschaft so gut auf Spiele einstimmen. Außerdem hat Wollitz nach seinen fünf Jahren Trainerzeit beim VfL seit 2009 den Zweitligisten Energie Cottbus geleitet und so umgebaut, dass der Verein nun ein ganz anderer ist, als er vor der Zeit von Wollitz war. “Pele” konnte sich weiterentwickeln und Erfahrung sammeln – ganz wichtige Erfahrung, die im Kampf um den Aufstieg eine Rolle spielen. Zudem kommt hinzu, dass es das erste Pflichtspiel unter Wollitz sein wird und seine Taktik und Aufstellung dem Jahn gegenüber nahezu unbekannt sind. Ein richtiges Einstellen auf das Spiel der Osnabrücker ist wohl kaum möglich. Trainer Wollitz weiß genau, was er tut und wie er seine Elf am Samstag richtig einstellen kann, damit am Ende des Tages ein Sieg steht.
Grund 2 – Beste Defensive der Liga
Der VfL Osnabrück hat in der Hinrunde (21 Spiele) gerade mal 17 Gegentreffer kassiert – das ist Bestwert der 3. Liga. Die Defensive der Lila-Weißen steht also, wenngleich auf Seiten der Osnabrücker zwei Stammverteidiger fehlen: Martin Hudec fällt wohl ganz aus, für Linksverteidiger Stephan Salger reicht es wohl nur zu einem Kurzeinsatz. Sollte die Abwehr des VfL doch wackelig stehen, hat man im Tor einen selbstbewussten Keeper stehen – mit Manuel Riemann, der in der Hinrunde schon den ein oder anderen Treffer grandios verhindern konnte, hat der VfL Osnabrück einen richtig guten Rückhalt, sollte es doch mal brenzlig werden.
Grund 3 – Neue Stürmer sollen es richten
Das Manko Nummer 1, weshalb der VfL Osnabrück bisher nicht ganz oben in der Tabelle mitmischen konnte, ist die Chancenauswertung in der Offensive. In 21 Spielen gerade mal 22 Treffer zu erzielen – das ist ganz und gar nicht aufstiegstauglich. Daher haben die Lila-Weißen in der Winterpause auf dem Transfermarkt zugeschlagen: Mit Rouwen Hennings konnte man sich die Dienste eines erfahrenen Stürmers sichern, der schon in der 1. sowie 2. Bundesliga beim FC St. Pauli spielte. Außerdem streift der 19-jährige Stürmer Elias Kachunga am Samstag zum ersten Mal das lila-weiße Trikot über. Der Deutsch-Kongolese erzielte in der Hinrunde der Regionalliga West in 18 Spielen satte 12 Treffer – diese Serie will er auch in der 3. Liga fortsetzen. Den Ausfall von Torjäger Wegkamp und den Abgang von Aleksandar Kotuljac kann man also ganz klar mit noch besseren Stürmern kompensieren – anders sieht es auf Seiten der Regensburger aus.
Grund 4 – Regensburg fehlen Top-Torjäger
Klar: Der SSV Jahn Regensburg stellt mit 36 Treffern die zweitbeste Offensive der Liga. Doch was würde der Jahn ohne Top-Torjäger Tobias Schweinsteiger (12 Tore) oder auch Mittelfeldspieler Michael Klauß (7 Tore) machen? Eine schwierig zu beantwortende Frage, die Jahn-Trainer Weinzierl am Samstag beantworten muss – beide Spieler fallen verletzungsbedingt aus. Gleichwertigen Ersatz für beide Akteure hat der Spitzenreiter nur bedingt im Kader. Zwar konnte man mit Neu-Stürmer Kialka einen fast ebenso erfolgreichen Regionalliga-Stürmer verpflichten wie der VfL es mit Kachunga tat (9 Tore in 14 Spielen), doch mit seinen 23 Jahren konnte er sich bisher noch nicht in einer höheren Liga beweisen, was in diesem Alter nicht zwangsläufig für ihn spricht. Inwiefern der Jahn die beiden Ausfälle kompensieren kann, bleibt also offen. Die Offensive kann man aber in jedem Fall nicht als Argument für einen Sieg der Regensburger anführen, dort stehen die Vorzeichen auf beiden Seiten gleich.
Grund 5 – Das Selbstbewusstsein
Einer der wohl wichtigsten Faktoren im Fußball ist das Selbstbewusstsein der Spieler – nach dem 4:1-Sieg am letzten Spieltag 2011 tankte das Team unter der Einstimmung von Pele Wollitz richtig viel Selbstvertrauen. Auch die Vorbereitung lief bestens für die Osnabrücker – gegen den Bundesligisten Hertha BSC Berlin verlor man nur 2:3 und präsentierte sich als fast ebenbürtiger Gegner. Außerdem haben die Lila-Weißen unter der Führung von Trainer Wollitz (endlich) ein klares Ziel definiert: Der direkte Wiederaufstieg. Bis zur Entlassung des Trainers Uwe Fuchs war die Saisonvorgabe ein Aufbaujahr mit Blick auf die oberen Ränge – von Aufstieg sprach jedoch nie jemand. Das ist in der Rückrunde ganz anders, und wichtig ist auch, dass dieses Ziel sogar noch zu realisieren ist. Nur 5 Punkte trennen den VfL Osnabrück von Relegationsplatz 3. Gegenüber des SSV Jahn Regensburg hat man also eine klare Zielvorgabe, die es mit allen Mitteln zu verwirklichen gilt – das Selbstbewusstsein und der unbedingte Siegeswille ist also auf Seiten der Osnabrücker.
Zuschauer erwartet offene Partie
Nach Abwägung aller Argumente für und gegen einen Sieg des VfL Osnabrück beim Tabellenführer SSV Jahn Regensburg lässt sich sagen: Alle Zuschauer erwartet eine offene und sicherlich spannende Partie. Die Statistik ist auch ausgeglichen: In bisher fünf Partien konnten die Lila-Weißen 2 Spiele für sich entscheiden und ein Mal Unentschieden spielen. Das Hinspiel zwischen beiden Teams konnte übrigens Regensburg knapp mit 1:0 für sich entscheiden. Bleibt nur noch abzuwarten, inwiefern der Platz im Jahn-Stadion am Samstag bespielbar sein wird.
5 Gründe, warum der Jahn gegen Osnabrück gewinnt
FOTO: Flohre Fotografie