6. Dezember 2017 um 11:53 Uhr

5 Gründe für die Erfolgsserie des F.C. Hansa Rostock

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© Fotostand

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Vor der Saison wusste niemand so recht, wie der Kader von Hansa Rostock einzuschätzen ist. Ein neuer Trainer, viele Abgänge und mindestens ebenso viele Neue – ein Umbruch in Reinform. Und so ist es nicht verwunderlich, dass es dauerte, ehe sich andeutete, was heute nur noch Trainer Pavel Dotchev verneint: Rostock ist momentan ein Spitzenteam. liga3-online.de hat sich die Erfolgsgeschichte der Hansa-Kogge genauer angeschaut.

Grund 1: Pavel Dotchev, der Erfolgs-Trainer

So mancher Hansa-Fan dürfte aufgeatmet haben, als der Klub Mitte Mai bekanntgab, Pavel Dotchev als Trainer für verpflichtet zu haben. Denn kaum jemand kennt sich in der Liga so gut aus wie Dotchev, der außerdem weiß, wie man aufsteigt: 2005 gelang ihm das mit dem SC Paderborn, 2016 mit Erzgebirge Aue. Und 2018 mit dem F.C. Hansa Rostock? Auszuschließen ist das nicht, denn Dotchev hat innerhalb weniger Monate ein Team geformt, dass diesen Begriff wirklich verdient hat und nebenbei ansehnlichen und noch viel wichtiger: erfolgreichen Fußball spielt. Platz fünf ist der Lohn dafür und es könnte noch mehr drin sein.

Grund 2: Auswärts ist keiner besser

Natürlich würde es kein Klub freiwillig zugeben, aber niemand hat derzeit Hansa Rostock gerne zu Gast im eigenen Stadion. Und das hat, auch das ist erfreulich und war in den letzten Jahren nicht immer so, rein sportliche Gründe: 18 Punkte hat Hansa aus neun Auswärtsspielen geholt, macht im Schnitt zwei pro Spiel und Rang eins in der Auswärts-Tabelle. Es liegt auf der Hand: Auswärts kann Hansa sein Spiel besser aufziehen, da der Gegner mitspielen muss und sich nicht nur hinten reinstellen kann. Das ist im heimischen Ostseestadion, wo Hansa bisher nur drei von neun Spielen gewinnen konnte, schon schwieriger.

Grund 3: Das Abwehr-Bollwerk

Es ist nicht so, dass Pavel Dotchev in Rostock um jeden Preis Beton anrühren lässt. Im Gegenteil, Hansa spielt viel und gerne nach vorne, ohne dabei aber die Stabilität in der Defensive zu gefährden. Der Lohn: Nur 15 Gegentore, das ist statistisch gesehen die zweitbeste Abwehr der Liga. Die Abläufe in der Viererkette sind den Spielern in Fleisch und Blut übergegangen und Dotchev fördert das, indem er auf Kontinuität setzt. Außen verteidigen meist Fabian Holthaus (links) und Joshua Nadeau (rechts), und die Innenverteidiger Julian Riedel und vor allem Oliver Hüsing suchen in der Liga ihresgleichen. Das passt, zu Hansas Trümpfen gehört auch das Abwehr-Bollwerk.

Grund 4: Rostocker Mentalitäts-Monster

Rückschläge scheinen in Rostock derzeit niemanden aus dem Tritt zu bringen. Beispiele gefällig? Gegen Fortuna Köln gewann Rostock trotz eines frühen 0:2-Rückstandes noch deutlich mit 5:3, gegen Wehen Wiesbaden ließ sich das Team auch vom Platzverweis gegen Spielmacher Amaury Bischoff beim Stand von 0:0 nicht verunsichern, nur fünf Minuten später fiel der Siegtreffer für Hansa. Die Lehre daraus: Wer Widrigkeiten wiederholt auch gegen Spitzenteams trotzt, ist selbst eines. Da kann Dotchev noch so oft dementieren.

Grund 5: Mannschaftliche Geschlossenheit

Sepp Herbergers Satz "Elf Freunde müsst ihr sein" hat schon einige Jahre auf dem Buckel, und vielleicht müssen Fußballer heute auch gar keine Freunde mehr sein, aber es schadet sicher auch nicht, wenn sie sich gut verstehen und für einander einstehen. Das wird sich auch Dotchev gedacht und es bei der Kaderplanung berücksichtigt haben. Die Mentalität stimmt, Rostocks Spieler laufen und kämpfen füreinander und wenn einer ausfällt, rückt eben ein anderer nach. So einfach kann das sein. Da Stammkeeper Janis Blaswich verletzt ausfällt, feierte gegen Halle Kai Eisele sein Debüt und überzeugte. Ähnlich war es mit dem Eigengewächs Lukas Scherff. Der 21-Jährige durfte bislang allenfalls mal für ein paar Minuten ran, gegen den HFC gab ihm Dotchev die Chance von Beginn an und wurde belohnt: Scherff machte links offensiv mächtig Dampf und holte den Elfmeter zum 2:0-Endstand heraus. Hält die Serie in den beiden verbleibenden Spielen bis zur Winterpause an, winkt Platz 3. Und der wäre mittlerweile auch durchaus verdient.

 

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